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Kräftiger Passagierzuwachs bei der Lößnitzgrundbahn

In Radebeul ist in diesem Jahr Baustart für die neue Werkstatt. Auch auf dem Moritzburger Bahnhof muss mehr als üblich erneuert werden.

Mehr Familien sind im vorigen Jahr mit der Lößnitzgrundbahn gefahren.
Mehr Familien sind im vorigen Jahr mit der Lößnitzgrundbahn gefahren. © Arvid Müller

Radebeul/Moritzburg. Es hat einen kräftigen Ruck nach oben bei den Fahrgastzahlen der Lößnitzgrundbahn gegeben. Bahnbetriebsleiter Mirko Froß vom Betreiber Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) verkündete am Freitag: „Auf der Lößnitzgrundbahn sind 2019 rund 275.000 Passagiere mitgefahren. Das ist eine Steigerung um 42.000 zum Vorjahr. Zwischen April und Oktober waren jeden Monat bis zu 40.000 unterwegs.“ Knapp 40 Prozent der Mitfahrer sind Familien; etwa gleich groß ist der Anteil an Einzelreisenden auf der Bahn zwischen Radebeul, Moritzburg und Radeburg.

Die Erklärung für den Passagierzahlensprung liegt allerdings vor allem in einer Marketingaktion. Die Stromversorger Enso und Drewag haben einen vergünstigten Familienfahrschein angeboten. Den haben rund 35.000 Fahrgäste genutzt. „Wahrscheinlich ein Einmaleffekt“, sagt Froß. Allerdings hofft der SDG-Mann in diesem Jahr mit einem neuen Aufschwung.

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Die Landesbühnen verlegen ihre Vorstellungen der Felsenbühne Rathen, wegen des Umbaus, nach Moritzburg und in den Radebeuler Lößnitzgrund. Im Schloss wird Aschenbrödel gespielt – die Vorstellungen sind schon gut bestellt –, im Grund reitet Winnetou. Zu beiden Veranstaltungen können sich die SDG-Manager vorstellen, Extrazüge fahren zu lassen, vor allem auch wenn Schulklassen unterwegs sind. Auch sei mit den Landesbühnen schon besprochen worden, dass das Theaterticket für die Zugfahrt gelten soll, so Froß.

Auf ordentlich viel gebuchte Tickets hoffen die Manager vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), die ja die Fahrten der Schmalspurbahn bestellen, auch bei den Großveranstaltungen. Zum Karl-May-Fest locken obendrein die Wild-West-Zugfahrten mit dem Traditionszug, der auch in diesem Jahr wieder von den Meißner Schützen überfallen werden soll. 

Der über 100 Jahre alte Lokschuppen wird ersetzt. Der neue soll dahinter gebaut werden.
Der über 100 Jahre alte Lokschuppen wird ersetzt. Der neue soll dahinter gebaut werden. © Norbert Millauer

Das große Schmalspurbahnfest ist für den Lößnitzdackel am Wochenende 19. und 20. September geplant. An 25 Tagen sind Sonderfahrten geplant. Im letzten Jahr hatten die Traditionsbahner 15.000 Fahrgäste, ein Plus von rund 1.000, so Vereinsvorsitzender Roland Ende.

Am 25. Februar gibt es Fasching auf der Lößnitzgrundbahn. Eine fahrende Bibliothek mit der Möglichkeit zum Büchertausch ist voriges Jahr gut angekommen und wird in der Woche von 23. bis 29. März fortgesetzt. Den Osterhasen können die Jüngsten vom 11. bis 13. April auf der Bahn treffen. Neu ist, so VVO-Marketingleiterin Gabriele Clauss, eine Fahrt am Muttertag im Mai mit Sekt und Häppchen.

Bis zu Sekt und Häppchen beim Richtfest der neuen Lok- und Wagenwerkstatt in Radebeul-Ost ist es wahrscheinlich auch nicht mehr so lange hin. Bahnbetriebsleiter Froß verkündete ebenfalls am Freitag, dass im April oder Mai Baubeginn sein soll. Froß: „Wir haben jetzt die Kalkulation beieinander.

Die Pläne sind fertig. In den nächsten Tagen beginnen die Ausschreibungen für die bis zu 15 verschiedenen Gewerke, die für die neue Werkstatt nötig sind.“ Verzögert hatte sich der Baustart erneut, weil die Kosten in den letzten Monaten so enorm explodiert sind, ohne dass etwas mehr gebaut wird – von 1,15 Millionen Euro auf jetzt zwei Millionen Euro. Aber die die Fördermittelzusagen stehen, sagt Froß.

Die bisher noch genutzte Werkstatt ist mehr als 100 Jahre alt. Deren Sanitäreinrichtungen und die Heizungen sind völlig unzureichend. Die Grube unter den Loks sei auf menschliche Größenverhältnisse angelegt, die eben vor einhundert Jahren galten.

Gebaut werden muss auch in Moritzburg auf dem Bahnhofsgelände. Dort, so der Betriebsleiter, müssen die Weichen und die Bahnübergänge dringend erneuert werden. Dies und weitere Arbeiten an der Strecke sollen im November 2020 geschehen, während der üblichen Reparaturpause für die Bahn. Rund 300.000 Euro plant die SDG für alle Reparaturen an Gleisen und Bahnhöfen für dieses Jahr bei sich ein. Von ihr werden noch die Weißeritztalbahn (132.000 Passagiere voriges Jahr) und die die Fichtelbergbahn betrieben.

www.loessnitzgrundbahn.de

www.traditionsbahn-radebeul.de

www.vvo-online.de

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