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Blumenwiese im Schleifer Pfarrgarten

Eine Arbeitsgruppe der evangelischen Kirchengemeinde setzt auf den Erhalt der Schöpfung – und lässt Taten folgen.

Theresa Jank, Kerstin Schuster und Astrid Schiffner (v.li.) achten auf Nachhaltigkeit in der evangelischen Kirchengemeinde Schleife. Das Kräuterbeet im Pfarrgarten ergänzt den Spielplatz Arche Noah mit Feuerstelle.
Theresa Jank, Kerstin Schuster und Astrid Schiffner (v.li.) achten auf Nachhaltigkeit in der evangelischen Kirchengemeinde Schleife. Das Kräuterbeet im Pfarrgarten ergänzt den Spielplatz Arche Noah mit Feuerstelle. © Constanze Knappe

Schleife. Summen und Brummen soll es künftig im Pfarrgarten Schleife, aber noch viel lieber direkt an der Kirche. Auf einer Wildblumenwiese. Das jedenfalls haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe Nachhaltiger Gemeindeaufbau der evangelischen Kirchengemeinde Schleife vor. Wie sie finden, würde sich dafür der dreieckige Bereich gegenüber dem Sorbischen Kulturzentrum (SKC) besonders gut eignen, zumal er bereits durch Wege abgegrenzt ist. 

Verwendet wird eine Samenmischung namens Wildblumenwiese. „Die sieht an jedem Standort anders aus. Denn es wächst das, was zu dem jeweiligen Boden am besten passt“, weiß Theresa Jank. Sie freut sich schon darauf, wenn es schön blüht. „So eine Wildblumenwiese ist viel lebendiger als ein kurz geschorener Rasen. Da fühlen sich auch Insekten wohl“, sagt sie. Doch mit dem „Vorzeigeobjekt“ für den Artenschutz wird wohl auch einige Überzeugungsarbeit notwendig sein. Auf der Wildblumenwiese wird höchstens einmal im Jahr gemäht. „Das wird nicht jedem gefallen“, ist sich Theresa Jank bewusst. Auch in dem insektenfreundlich bepflanzten Pfarrgarten soll künftig weniger gemäht werden.

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Verein plant Veranstaltungen

Damit ist es in Sachen Insektenschutz aber längst nicht getan. Für den Herbst ist die Wanderausstellung „Insekten in Gefahr – Ein Rückgang mit Folgen“ in Schleife geplant. Dann soll es auch eine Buchlesung mit der Ameisenflüsterin Christina Grätz über die fabelhafte Welt der Ameisen geben. Außerdem erstellt die Arbeitsgruppe ein Lichtkonzept zur insektenfreundlichen Außenbeleuchtung im Pfarrgarten.

Sie möchte etwas für den Erhalt der Schöpfung tun, begründet Theresa Jank ihren Einsatz für Nachhaltigkeit. Darin ist sie sich mit Kerstin Schuster einig. Diese meint ebenfalls, dass es wichtig sei, sich auch außerhalb der Kirche für das Thema einzusetzen. Mit einem Projekt in Sachen Umweltschutz eben. Ganz schnell fanden sich die beiden Frauen, dazu noch Astrid Schiffner, auf einer Wellenlänge mit Pfarrerin Jadwiga Mahling. Im September 2018 gründeten sie besagte Arbeitsgruppe.

Umweltschutz beginnt im Kleinen

Umweltschutz beginnt für die vier Frauen im Kleinen – etwa mit dem Kräuterbeet, welches sie im vorigen Jahr an der Begegnungsstätte im Pfarrgarten angelegt haben. Mit Kräutern aus dem eigenen Beet in der Wasserkaraffe leisten sie quasi ganz nebenbei einen schmackhaften und umweltbewussten Beitrag zur Getränkeversorgung. Etwa 20 Prozent der Treibhausgas-Emissionen stammen statistisch gesehen aus dem Bereich der Beschaffung und lassen sich nach Ansicht von Umweltingenieurin Kerstin Schuster am ehesten beeinflussen. Sie verweist auf die Kooperation mit dem Eine-Welt-Laden in Weißwasser, woher die Kirchengemeinde Kaffee und Tee bezieht sowie auf die Verwendung von 100-prozentigem Recyclingpapier oder umweltschonender Reinigungsmittel, die mit Umwelt-Siegeln gekennzeichnet sind.

„Wir verstehen uns als christliche und ethische Botschafter der Kirchengemeinde Schleife zum Thema Nachhaltigkeit“, betont Kerstin Schuster. Dies beinhaltet ebenso den Blick auf größere Maßnahmen etwa bei der Sanierung von Pfarrhaus und Nebengebäude. Und nicht zufällig ist neuerdings vom „grünen Gemeindebüro“ die Rede. Das Pfarrbüro wurde renoviert und neu eingerichtet und dabei ganz bewusst auf ökologische Arbeitsorganisation geachtet.

Die AG Nachhaltiger Gemeindeaufbau trifft sich etwa alle zwei Monate. Neue Mitstreiter sind herzlich willkommen.

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