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Kräuterwiese kreuz und quer

Statt in Reih und Glied wachsen Pflanzen auf einer Grünfläche an der Königsbrücker Straße kreuz und quer. Das hat seinen Grund.

Mit dem Wildparken ist es seit drei Jahren vorbei. Dafür sprießen hinter der Haltestelle Königsbrücker-/Louisenstraße heilende Kräuter sowie seltene Pflanzen. Beispielsweise Malve, Jochelbeere, Gundermann. Der Wildwuchs hat einen Grund. Nachdem die Stadt jahrelang versucht hatte, die kleinen Flächen zu begrünen und dabei ein ums andere Mal scheiterte, kümmert sich nun eine Bürgerinitiative um ihre Pflege. Ein Streit mit der Stadt ist nun vom Tisch.

Die wollte nämlich wieder selbst einen Versuch wagen, die Flächen anschaulich zu gestalten. „Nach einem klärenden Gespräch dürfen wir das Areal aber weiterhin so begrünen, wie wir das möchten. Bei uns kann jeder mitmachen. Meistens treffen wir uns hier am Wochenende“, sagt Oliver Mehl von der BI. Die Stadt will nun Findlinge rund um die Flächen postieren, damit die Pflanzen nicht zertrampelt oder zerfahren werden, wie es bisher geschehen ist. Positiv reagieren die umliegenden Geschäfte auf das Engagement der Neustädter. „Seit wir regelmäßig die Flächen pflegen, gibt es hier auch weniger Müll“, sagt Mehl, der als Umweltbildner arbeitet. Noch experimentieren die Neustädter, was am besten auf den kleinen Flächen wächst. „Die Erde ist so schlecht, sodass es sehr schwierig ist, hier etwas anzupflanzen.“ Denn die Erde befindet sich in Betonwannen, die 30 Zentimeter tief unter dem Boden liegen. „Darum wachsen Narzissen und Tulpen hier eben nicht in Reih und Glied. Hier müssen robuste Pflanzen hin.“

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Das hat nun auch das Amt für Stadtgrün erkannt. Es will die Bürgerinitiative unterstützen und auf einem Feld der fünfgeteilten Grünfläche, die von einem Weg durchkreuzt wird, eine Wildblumenwiese anlegen. Denn vor allem einheimische Pflanzen kommen bei diesen schwierigen Bedingungen gut zurecht. Für Barbara Jost von der BI hat das Symbolkraft. „Wie in der Neustadt die unterschiedlichsten Leute nebeneinander leben, wachsen hier verschiedene Pflanzen nebeneinander.“ (uki)