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30.000 Menschen unterstützen Turow

Die EU muss sich nun auch mit Polens Petition gegen die vorzeitige Schließung beschäftigen. Das Land fühlt sich von Tschechien unfair behandelt.

In Bogatynia folgte die Übergabe der Petition. Dabei sprachen der PGE-Vorsitzende Wojciech Dąbrowski und EU-Abgeordnete Anna Zalewska.
In Bogatynia folgte die Übergabe der Petition. Dabei sprachen der PGE-Vorsitzende Wojciech Dąbrowski und EU-Abgeordnete Anna Zalewska. © bogatynia.info.pl

Fast 30.000 Unterschriften sind zusammengekommen von Menschen, die sich gegen die vorzeitige Schließung des Kraftwerks und Tagebaus in Turow aussprechen. Die Petition dazu hat am Montag in Bogatynia (Reichenau) Wojciech Dąbrowski als Vorsitzender des Betreibers PGE an Polens EU-Abgeordnete Anna Zalewska übergeben. 

Er wies noch einmal Tschechiens Forderung als unbegründet zurück, seinem Unternehmen die Lizenz zu entziehen und den Abbau innerhalb von zehn Jahren einzustellen - während Tagebaue in den Nachbarländern mehr Zeit hätten, aus der Braunkohle auszusteigen. Normen würden eingehalten und angepasst, berichtet er. "All unsere Aktivitäten stehen im Einklang mit dem Gesetz." Ein schneller Ausstieg aus der Kohle sei aus technischen, wirtschaftlichen und vor allem sozialen Gründen nicht möglich. "Turow spielt in Niederschlesien eine sehr wichtige Rolle, bietet Tausenden Einwohnern Arbeit", sagt er.

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"Wir haben es mit einer großen Solidarität der polnischen Gesellschaft zu tun, die sich der unfairen Behandlung widersetzt", meint Anna Zalewska. "Und werden die polnischen Interessen auf internationaler Ebene verteidigen."

Die Einwohner äußern in der Petition ihre Besorgnis über die Aktionen der tschechischen Seite, welche die Legitimität von Kraftwerk und Grube infrage stellt. Dort sind etwa 5.000 Einwohner der Region beschäftigt und weitere 10.000 Mitarbeiter  in Unternehmen, die für Turow arbeiten. PGE bemüht sich deshalb, bis Ende 2044 Kohle abbauen zu dürfen - das bedeutet, bis das Feld erschöpft ist und die Betriebserlaubnis des Tagebaus endet. Polens Klimaminister Micha Kurtyka entschied im März, die aktuelle Betriebserlaubnis zunächst für sechs Jahre zu verlängern. 

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Gegen die PGE-Pläne gibt es Widerstand. Der kommt auch aus Deutschland, aber vor allem aus Tschechien. Bewohner befürchten, die Trinkwasserversorgung könnte durch den weiteren Kohleabbau und die damit verbundene Grundwasserabsenkung gefährdet sein. Deshalb haben sie Anfang des Jahres eine Petition mit 13.000 Unterschriften an die EU geschickt. Zudem prüft Tschechien eine Klage gegen Turow.

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