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Krankenhäuser schaffen Platz für Corona-Patienten

Im Städtischen Klinikum Görlitz werden geplante, aber nicht dringliche Operationen verschoben. Andere Krankenhäuser ziehen jetzt nach.

Von Gabriela Lachnit
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Zwar nicht auf Krankenhausfluren wie hier im Symbolfoto, sondern in Patientenzimmern werden Bettenkapazitäten geschaffen.
Zwar nicht auf Krankenhausfluren wie hier im Symbolfoto, sondern in Patientenzimmern werden Bettenkapazitäten geschaffen. © dpa-Zentralbild

Seit diesem Montag werden im Görlitzer Klinikum grundsätzlich alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe auf unbestimmte Zeit verschoben, sofern es medizinisch vertretbar ist.  Auch im Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz werden seit Montag dieser Woche alle geplanten Operationen, die nicht unbedingt nötig sind, verschoben. Bislang war das hier noch nicht der Fall. 

Diese Maßnahmen sind bis auf unbestimmte Zeit notwendig, um Betten für Patienten mit einer Coronavirus-Infektion frei zu haben. Stationenzusammenlegungen gibt es  im St. Carolus nicht. Das Klinikum nutzt frei werdende Kapazitäten an Betten und Personal, um eine Infektionsstation zu schaffen, damit möglichst viele Behandlungsplätze für Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen durch Covid-19 bereitgestellt werden können.

Das Emmaus-Krankenhaus in Niesky verfügt zwar über keine Isolierstation, wie es etwa bei infektiologischen Kliniken der Fall ist. Aber müsse ein infektiöser Patient stationär versorgt werden, werde er auf einem normalen Stationszimmer isoliert, erklärt Gesa Henke, Pressereferentin in der Diakonissenanstalt Dresden, zu der Emmaus Niesky gehört. 

Patientenbesuche werden stark eingeschränkt

In allen Krankenhäusern des Landkreises Görlitz gelten ab sofort erhebliche Einschränkungen für den Besuch von Patienten. Im St. Carolus-Krankenhaus  gibt es einen Besucherstopp. "Ausnahmen gibt es nur für  schwerstkranke Patienten oder Patienten, die sich im Sterbeprozess befinden", erläutert Stephanie Hänsch. Sie ist die Pressesprecherin bei den Maltesern.

Im Emmaus-Krankenhaus in Niesky sind wegen der Corona-Epidemie derzeit Besuche bei Patienten nicht gern gesehen. Zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter ist in begründeten Fällen maximal ein Besucher erlaubt. Ausdrücklich nicht gestattet ist bei Emmaus  der Patientenbesuch von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahre und von Menschen mit Infekten. 

Im Klinikum Görlitz gilt seit diesem Montag ein umfassender Besucherstopp. "Ausnahmen gelten für Väter, die bei der Geburt dabei sein möchten", informiert Klinik-Sprecherin Katja Pietsch.  Für Eltern stationär betreuter Kinder gilt, dass pro Tag eine  Person einen Patienten besuchen darf. Das Gleiche gelte  für Angehörige Schwerstkranker in der Palliativmedizin und in der Intensivmedizin, erklärt die Sprecherin weiter.

Krankenhäuser sind vorbereitet

Die Krankenhäuser im Landkreis Görlitz sind auf die stationäre Behandlung von Menschen mit Infektionskrankheiten vorbereitet. Täglich treffen sich Pandemie-Stäbe, um die Situation zu bewerten und Maßnahmen  und Vorgehen im jeweiligen Krankenhaus festzulegen. Dabei arbeiten Ärzte, Pflegepersonal, Hygienefachkräfte, Laborpersonal und Verwaltungsmitarbeiter eng zusammen.  

"Für die Versorgung von Corona-Patienten im Krankenhaus gelten grundsätzlich die gleichen hygienischen Maßnahmen wie bei jeder anderen ansteckenden Krankheit wie Influenza oder infektiöse Durchfallerkrankungen", erläutert Gesa Henke. 

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