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Kranker als der Durchschnitt

Der Barmer Gesundheitsreport zeigt einen Anstieg der Fehlzeiten im Landkreis Meißen. Eine Ursache ist allerdings bekannt.

Rückenbeschwerden machen den Menschen im Landkreis erheblich zu schaffen, wie ein neuer Report der Barmer Krankenkasse zeigt.
Rückenbeschwerden machen den Menschen im Landkreis erheblich zu schaffen, wie ein neuer Report der Barmer Krankenkasse zeigt. © dpa

Meißen. Grippewelle, Rückenschmerzen – aber auch mehr Verletzungen machten den Menschen im Kreis Meißen 2018 zu schaffen. Laut Barmer wurde bei den Atemwegserkrankungen ein Anstieg um 21 Fehltage je 100 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr registriert. Bei den Rückenbeschwerden waren es sogar 37 Fehltage mehr. Der Krankenstand in der Region stieg insgesamt von 5,3 auf 5,5 Prozent. 

Bundesweit waren an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1.000 Beschäftigten 48 arbeitsunfähig, im Landkreis sogar 55. Im Durchschnitt fehlten Beschäftigte hier 1,5 Mal im Jahr. „Die Fehltage aufgrund von psychischen Problemen haben erfreulicherweise abgenommen, Fehlzeiten bedingt durch Rückenschmerzen dagegen weiterhin zu“, stellt Matthias Fuchs, Regionalgeschäftsführer der Barmer Riesa fest.

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In ganz Sachsen sei es 2018 im Vergleich zum Vorjahr zu einem merklichen Anstieg der Gesamtfehlzeiten gekommen. Zu diesen Ergebnissen kam die Barmer nach den aktuellsten Auswertungen der Krankschreibung ihrer Versicherten. Hauptursache dafür war allerdings eine ausgeprägte Grippe- und Erkältungswelle.

Am deutlichsten haben in Meißen die Fehlzeiten aufgrund von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zugenommen. „Rückenbeschwerden sorgen insgesamt für die meisten Fehlzeiten im Beruf“, konstatiert Matthias Fuchs. Maßnahmen von betrieblicher Gesundheitsförderung sollten in den regionalen Unternehmen noch stärker in den Fokus gerückt werden. Auch das Bewusstsein eines jeden Einzelnen, mehr Bewegung in den persönlichen Alltag zu bringen, sollte weiter gestärkt werden.

Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen haben deutlich abgenommen. Hier waren es 21 Fehltage weniger. „Die Sensibilität in den Unternehmen für psychische Erkrankungen der Beschäftigten muss dennoch im Fokus bleiben“, heißt es bei der Barmer. Wenn Führungskräfte auf Verhaltensauffälligkeiten der Mitarbeiter achten, kann ein frühzeitiges und einfühlsames Gespräch dafür sorgen, dass schnell geholfen werden kann.

Matthias Fuchs verweist auf die Unterstützungsangebote der Barmer. Die Kasse hat zusammen mit dem Dachverband Gemeindepsychiatrie den Ratgeber „Psychische Erkrankung am Arbeitsplatz“ entwickelt. Der Ratgeber umfasst unter anderem präventive Ansatzpunkte im Führungsalltag, Hintergrundinformationen zur psychischen Gesundheit, einen Überblick über die häufigsten Krankheitsbilder, Checklisten zur Gesprächsvorbereitung, Anregungen und Tipps für Mitarbeitergespräche und Informationen zu Hilfsangeboten. (SZ/krü)