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Krauschwitz kämpft um Wreesmann

Der Discounter möchte im alten Netto eine Filiale eröffnen. Noch sind Hürden zu überwinden.

Seit Umzug des Netto-Marktes Krauschwitz in einen wenige hundert Meter entfernten Neubau wird für die Alt-Immobilie ein Nachnutzer gesucht.
Seit Umzug des Netto-Marktes Krauschwitz in einen wenige hundert Meter entfernten Neubau wird für die Alt-Immobilie ein Nachnutzer gesucht. © Sabine Larbig

Schon jetzt ist das Unternehmen in vielen Orten in Sachsen und Brandenburg mit Filialen vertreten. So beispielsweise in Cottbus, Görlitz, Vetschau und Rothenburg. Nun hat der Discounter Interesse an der Übernahme des alten, leer stehenden Netto-Gebäudes im Ortskern von Krausch-witz. Sehr zur Freude der Gemeinde, die sich seit Monaten um eine Nachnutzung und Neubelebung der aktuellen Brache mit Großparkplatz bemüht. 

Um den Interessenten zu halten, wurde durch den Gemeinderat im März 2020 bereits die 1. Änderung des Bebauungsplanes (B-Plan) „Ortsmitte West“ auf den Weg gebracht: Statt der ursprünglich in B-Plan und Einzelhandelskonzept mit Sortimentsliste vorgesehenen Belegung des leer stehenden Einkaufsmarktes mit zwei Handelseinrichtungen zu je maximal 400 Quadratmetern Verkaufsfläche und mit eingeschränktem Sortiment wurden Erweiterungen und Lockerungen festgelegt. So soll auch nur ein Ladengeschäft einziehen (und die 800 Quadratmeter Fläche nutzen) und sollen zudem auch Garten- und Baumarktartikel sowie Tierbedarf verkauft werden können.

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Der Weg ist frei! Ist der Weg frei?

Krauschwitz machte so den Weg frei, dass sich der Nahversorgungs-Discounter Wreesmann ansiedeln kann, da er Baumarkt- und Gartenartikel, Tierbedarf, Lebensmittel, Drogeriewaren und viele weitere Artikel anbietet. Und er vermarktet regelmäßig Restposten. Genau dies scheint nun der Grund für Einwände von Genehmigungsbehörden, wie die Ratssitzung am Dienstag zeigte. Dort sollte, nach erfolgter Auslegung bis 12. Juni und der damit verbundenen Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden, die 1. Änderung des B-Planes beschlossen und rechtskräftig werden. Doch der Tagesordnungspunkt wurde abgesetzt. Begründung der Verwaltung: Die Kreisentwicklungsverantwortlichen hatten – auf Grund corona-bedingter Engpässe bei Personal und Bearbeitungszeiträumen – einen Antrag auf Verlängerung der Frist für Stellungnahmen bis 19. Juni gestellt. 

„Die Stellungnahme ist da, wir müssen sie nun aber erst einmal mit Planer und Nutzer prüfen und besprechen“, begründete Bürgermeister Tristan Mühl die Absetzung des Tagesordnungspunktes. Wie er weiter mitteilte, hätten sowohl die Kreisentwickler als auch die Landesdirektion Sachsen und der Regionale Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien in ihren Stellungnahmen konkrete Forderungen abgegeben. Dies bezögen sich vor allem darauf, „... dass kleinere Warenangebote im Sonder-/Saisonalverkauf zugelassen werden können, wenn sich dieses Angebot auf maximal 10 Prozent der Gesamtverkaufsfläche beschränkt und nicht zusätzlich zum Kernsortiment, sondern innerhalb des Rahmens des Gesamtangebotes liegt, welches in jedem Fall nicht 800 m² Verkaufsfläche übersteigen darf.“

Da gehe der Interessent nicht mit, erklärte Tristan Mühl im Rat. Nächste Woche gäbe es deshalb ein Gespräch mit den Behörden, dem Nutzer und der Gemeinde. „Wird Wreesmann dadurch vielleicht abspringen?“, fragte Daniel Moosmann. Und Mario Mackowiak sagte: „Wir beschäftigen uns seit Dezember 2019 mit Formalismus. Ist es Bürokratie oder Schuld der Gemeinde?“ Laut Marcell Hänchen vom Bauamt der Gemeinde sei es keinesfalls Schuld der Gemeinde Krauschwitz. „Wir haben vorher mit allen gesprochen und hofften auf eine Einigung, was leider nicht passierte, wie die Stellungnahmen zeigen.“

Umso mehr setzt Bürgermeister Tristan Mühl auf ein positives Ergebnis der kommenden Gesprächsrunde. „Fest steht: Der Nutzer ist definitiv am Standort interessiert. Im schlimmsten Fall müssen wir als Gemeinde für die Ansiedlung einen neuen Verfahrensschritt mit Auslegung machen, was weiteren Zeitverlust bedeutet. Das versuchen wir zu vermeiden. Im besten Fall werden Stellungnahmen ergänzt.“

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