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Krauschwitz lässt Kita vorerst in Kirchenhand

Heute befasst sich der Gemeinderat öffentlich in einer Sondersitzung mit der Zukunft der Kita. Die ist noch ungeklärt.

© André Schulze

Von Sabine Larbig

Seit Januar nehmen Eltern von Krippen-, Kindergarten- und Hortkindern an fast jeder öffentlichen Sitzung des Gemeinderates Krauschwitz teil. Alle wollen wissen: Wie geht es mit der Kita weiter?

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Noch ist die Antwort offen. Heute, 18.30 Uhr, tagt aber der Gemeinderat. Da soll ein Beschluss vom Mai 2013 zurückgenommen werden, mit dem der evangelischen Kirchengemeinde die Kita-Betreibung zum 31. Dezember 2013 gekündigt ist. Ursache war das Bekanntwerden von Übergriffen auf Kinder durch zwei Erzieherinnen vor einem Jahr. Seither brodelt die Volksseele, protestieren Eltern in Ratssitzungen und mit Unterschriften gegen die Kirche als Kita-Träger. Weil es ab 1. Januar 2014 aber noch keinen neuen Betreiber gibt, bleibt der Gemeinde als einziger Ausweg aus der Misere nur die Verlängerung der Kita-Betreibung. So sieht es auch Dirk Hammer, Leiter des kreislichen Jugendamtes. „Die Gefahr besteht, dass Krauschwitz sonst ab Januar ohne Kita dasteht, weil in der Kürze der verbleibenden Zeit kein Trägerwechsel möglich ist.“

Mit zeitlichen, organisatorischen und kommunalrechtlichen Folgen im Fall eines Festhaltens am Mai-Beschluss sind kürzlich auch Bürgermeister und Hauptamtsleiter von Krauschwitz durch Kreissozialdezernentin Martina Weber konfrontiert worden. „Es gab Hinweise zur Verfahrensweise und zu einem vorliegenden Rechtsgutachten, mit dem sich die Räte beschäftigen müssen“, so Weber zum Gesprächsinhalt. Dennoch ist unklar, ob und wie lange die Kita in der Hand der Kirche bleibt und ob Krauschwitz ein Interessenbekundungsverfahrens für potenzielle Träger – wie von einigen Räten gefordert – durchführt.

Klar ist bereits, dass die StattRand gGmbH Weißwasser an der Kita-Betreibung interessiert ist. Mit ihrem fachlich und finanziell vom Landesjugendamt Sachsen geförderten Konzept will sie Eltern als Partner der Erzieher aktiv werden und mitbestimmen lassen. Religionspädagogische Aspekte sollen, wie Englischunterricht oder Musikschule, fakultativ sein. Vorgestellt hat Geschäftsführerin Mandy Köhler dieses Konzept bereits bei Räten, Eltern und Kirchengemeinde. Mit 9:7 Stimmen entschied sich der Gemeinderat im Oktober jedoch gegen StattRand als Kita-Träger. Bis heute hat Mandy Köhler keine offizielle Begründung und Absage der Gemeinde. „Vom Ratsbeschluss erfuhr ich aus der Zeitung.“ Im November hat Köhler den Räten daher einen offenen Brief geschrieben und ihren Unmut über den Umgang mit einem potenziellen Kita-Träger formuliert. „Ich habe den Eindruck, dass die in Krauschwitz vorhandene Wut, Frustration, persönliche Befindlichkeiten und gegenseitige Vorhaltungen auf uns abgeladen wurden und auf unser Konzept gar nicht reagiert wurde“, sagt Mandy Köhler. Anders könne sie die strikte Ablehnung nicht erklären.

Kritisch schätzt Köhler zudem ein, dass im Kita-Team keine Verantwortung für die Vorkommnisse 2012 übernommen wird. „Durch Kündigungen allein wird nicht alles wieder gut.“ Aus Sicht von Mandy Köhler ist das Erzieherteam überfordert, weil fachliche Anleitung, Beratung, Supervision, Fort- und Weiterbildung fehlen. Warum StattRand trotzdem weiter an der Kita-Betreibung in Krauschwitz interessiert, begründet Köhler so: „Unser für alle Seiten offenes Konzept ist einfach passend..“ Nur sei es nie wirklich Gesprächsthema gewesen.