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Kreis baut Suchtberatung aus

Mit Hilfe des Jobcenters soll Drogensüchtigen und Alkoholabhängigen besser geholfen werden.

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Von Sebastian Beutler

Dank des kreiseigenen, aber vom Bund finanzierten Jobcenters kann der Landkreis in den nächsten beiden Jahren die Beratung und Betreuung von Suchtkranken verbessern. Das beschloss gestern der Gesundheitsausschuss des Kreistages einstimmig bei fünf Enthaltungen.

Seit ein paar Jahren finanziert der Landkreis nur noch 8,7 Fachkräfte in der Suchtberatung. Nötig wären aber nach einer landesweit gültigen Empfehlung zwei Stellen mehr. Der Freistaat kritisierte den Landkreis für diese Unterversorgung.

Weil jedoch für eine Stellenaufstockung auch in den kommenden zwei Jahren kein Geld im eigentlichen Landkreishaushalt vorhanden ist, hat der Kreis zusammen mit dem Jobcenter Arbeitsprojekte geplant, bei denen langzeitarbeitslose Suchtkranke und -gefährdete betreut werden. Dafür sind kreisweit knapp sechs Stellen vorgesehen. Summiert man die zu den 8,7 in den Beratungsstellen hinzu, landet der Kreis über der empfohlenen Stellenzahl. Der Kreis verwendet also Bundesmittel für die Suchtberatung. Da ohnehin ein Großteil der Betroffenen Hartz IV oder andere Leistungen zum Leben beziehen, ist das legitim. Viele von ihnen können wegen ihrer Sucht nicht direkt auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden.