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Kreis wehrt sich gegen Gillo-Urteil

Görlitz/Dresden. Der Landkreis Görlitz hat mit Unverständnis auf die Empfehlung reagiert, das Asylbewerberheim in Niesky zu schließen. Der Ausländerbeauftragte Martin Gillo (CDU) hatte im „Heim-TÜV 2013“...

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Görlitz/Dresden. Der Landkreis Görlitz hat mit Unverständnis auf die Empfehlung reagiert, das Asylbewerberheim in Niesky zu schließen. Der Ausländerbeauftragte Martin Gillo (CDU) hatte im „Heim-TÜV 2013“ zwar eine positive Entwicklung bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Gemeinschaftsheimen herausgestrichen, aber die Schließung von vier Heimen in Sachsen empfohlen, darunter Niesky. Der Ordnungsdezernent des Landratsamtes Görlitz, Werner Genau, erklärte daraufhin: „Gillo müsste doch wissen, welch schwere Aufgabe die Landkreise mit der Unterbringung der zahlreichen Asylbewerber haben. Seitens des Innenministeriums sind wir dem Druck ausgesetzt, jedes Jahr mehr Bewerber zu beherbergen. Wir sollen dieses Jahr 521 Asylbewerber aufnehmen, 2013 waren es 383. Wir können auf keine Kapazität verzichten.“ Der Landkreis Görlitz unterhält Asylbewerberheime in Niesky, Löbau und Zittau. In Niesky sind es rund 100 Plätze, ausschließlich Männer werden hier betreut. Zwar stehen ab Ende März zusätzliche Plätze in Löbau zur Verfügung, doch muss der Kreis Flüchtlinge darüber hinaus aufnehmen. Daher plant er jetzt, Asylbewerber auch in Wohnungen unterzubringen. Ein Pilotprojekt wird gerade in Rothenburg vorbereitet. (SZ/sb/dpa)