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Kreischas Jahrmarkt steht auf der Kippe

Es ist unklar, ob das Fest dieses Jahr noch stattfinden kann. Die Gemeinde will mit einer Entscheidung noch bis zu einem bestimmten Datum warten.

Laut, bunt und fröhlich: Den Kreischaer Jahrmarkt gibt es seit 251 Jahren.
Laut, bunt und fröhlich: Den Kreischaer Jahrmarkt gibt es seit 251 Jahren. © Andreas Weihs

Im vergangenen Jahr wurde noch das 250-jährige Jubiläum gefeiert, doch dieses Jahr droht der 251. Kreischaer Jahrmarkt auszufallen. Das teilte Bürgermeister Frank Schöning (FBK) auf der Gemeinderatssitzung mit. Als Grund nannte er die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Bis zum 31. August sind in Sachsen alle derartigen Veranstaltungen abgesagt. 

Da der Jahrmarkt immer am ersten Septemberwochenende stattfindet, ist derzeit noch unklar, ob er durchgeführt werden kann. "Für die Zeit nach dem 31. August gibt es in Sachsen noch keine verbindlichen Regelungen", so Schöning. Auf Bundesebene wurde bereits angeregt, alle Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober auszusetzen. Schöning: "Das ist in Sachsen aber noch nicht in Recht umgesetzt."

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Und selbst wenn der Jahrmarkt stattfinden dürfte, sei unklar, unter welchen Bedingungen. Schöning befürchtet, dass dass eine Einzäunung mit Zugangsbeschränkungen, Abstandsregelungen sowie besondere Hygienevorschriften für Imbisse, Fahrgeschäfte, Händler und Sanitäranlagen notwendig werden könnten. "Das ist organisatorisch und finanziell ein Aufwand, den wir als Veranstalter nicht werden leisten können."

Und es kommt noch ein Problem hinzu. Viele Schausteller haben das Jahr weitestgehend abgeschrieben und ihre Fahrgeschäfte vorübergehend stillgelegt. Kreischas Marktleiter Frank Dugas hat mit mehreren telefoniert. Die hätten ihm zwar versichert, grundsätzlich gerne auch in diesem Jahr nach Kreischa zu kommen. "Doch die brauchen Vorlauf und müssen bis Ende Juli verbindlich Bescheid wissen, ob der Jahrmarkt stattfindet oder nicht", so Dugas. 

Einen Jahrmarkt mit Kontaktbeschränkungen und Zugangskontrollen können sich auch die Gemeinderäte nicht vorstellen. Frank Fiebiger (AfD) schlug vor, alternativ eine Veranstaltung im Dezember zu planen, sollte der Jahrmarkt ausfallen. "Wie wäre es denn mit einem kleinen Weihnachtsmarkt?", fragte er. Der Bürgermeister merkte dazu an, dass dafür die Jahrmarktswiese kaum geeignet sei. Zudem befürchtet er Schwierigkeiten bei der Buchung von Händlern und anderen Attraktionen. "Die meisten schließen doch solche Verträge schon ein gutes Jahr im Voraus ab. Das wird bestimmt schwierig, da noch jemanden zu gewinnen." 

Die Gemeinderäte verständigten sich schlussendlich, noch einige Wochen mit einer Entscheidung zu warten. Am 13. Juli tagt der Gemeinderat wieder, dann wolle man sich endgültig festlegen, ob der 251. Jahrmarkt stattfinden kann oder abgesagt werden muss.

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