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Eltern müssen mehr für Kitas zahlen

In Kreischa gehen die Beiträge nach oben. Das betrifft vor allem die Krippenplätze.

Mehr Geld für Kinder: Die Beiträge für die Betreuung in den Kreischaer Kitas steigen.
Mehr Geld für Kinder: Die Beiträge für die Betreuung in den Kreischaer Kitas steigen. © dpa/Sebastian Kahnert

Familien, die ihre Kinder in Kreischas Krippen, Kindergärten oder Schulhorten betreuen lassen, müssen ab August mehr zahlen. Die Elternbeiträge steigen um bis zu 24 Euro. Das beschloss der Gemeinderat nach langer Debatte.

Demnach müssen Eltern von Grundschülern für den Schulhort im Durchschnitt etwa 1,15 Euro mehr im Monat bezahlen. Für Jungen und Mädchen, die einen Kindergarten besuchen, werden im Schnitt bald 9,04 Euro mehr verlangt. Am heftigsten fällt die Erhöhung im Krippenbereich aus: Dort geht es im Schnitt um 24,13 Euro pro Platz und Monat.

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"Das ist gerade in der Zeit, wo viele wegen Corona in Schwierigkeiten geraten, ein hoher Betrag", kritisierte Friederike Fehst (Die Linke) und fragte, ob es keine Alternative gebe. Auch Marcus Vogel (AfD) hatte mit der Entscheidung Bauchschmerzen. "Meine Meinung ist, dass man gerade jetzt den Eltern mehr helfen müsste." Bürgermeister Frank Schöning pflichtete beiden Kritikern bei. "Das ist tatsächlich ein harter Brocken." Aber als Verwaltungschef habe er keine Wahl.

Alle sächsischen Gemeinden sind verpflichtet, alljährlich die Betriebskosten für die Kindereinrichtungen zu ermitteln, die der kommunalen wie der freien Träger. Dazu zählen Personalkosten, Miete, Strom-, Wasser- und Abwasserbeiträge, Reparaturkosten, Sachkosten. Pro Monat kamen so im vergangenen Jahr auf einen Krippenplatz 1.116,72 Euro, auf einen Platz im Kindergarten 561,46 Euro und ein Hortplatz macht 265,32 Euro. Diese Betriebskosten teilen sich Gemeinde, Eltern und das Land Sachsen, welches einen festen Zuschuss zu jedem Platz zahlt. Dieser ist im vergangenen Jahr sogar gestiegen.

Was sich allerdings auch veränderte und nun in Kreischa so heftig zu Buche schlägt, ist der Personalschlüssel. In der Krippe kommen per Gesetz nun noch auf eine Erzieherin fünf Kinder. Zuvor lag der Betreuungsschlüssel bei 5,5 Kindern. "Das bedeutet für unsere Krippe mit 30 Plätzen, dass wir eine komplette Vollzeitkraft mehr brauchen", erläuterte Bürgermeister Schöning. Und eine Angestellte mehr mache im Jahr mit Gehalt plus Lohnnebenkosten um die 52.000 Euro aus. Überhaupt entfallen in den Betriebskosten 80 Prozent alleine auf das Personal.

Die Gemeinderäte stimmten letztendlich für die Beitragserhöhung. Ein kleiner Trost bleibt den Eltern: Alle, die ab Mitte März mehrere Wochen lang wegen der Corona-Schließungen ihre Kinder zu Hause betreuten, müssen für diese Zeit nichts bezahlen.      

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