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Pirna

Kreisverkehr nach 19 Jahren Planung in Sicht

Der Knotenpunkt Rottwerndorfer/Zehistaer Straße in Pirna ist sehr unübersichtlich. Eine spezielle Bauform soll Abhilfe schaffen.

Dreiecks-Kreuzung am Knotenpunkt Rottwerndorfer Straße/Zehistaer Straße: Manche verlieren schon mal den Überblick, wer wo Vorfahrt hat.
Dreiecks-Kreuzung am Knotenpunkt Rottwerndorfer Straße/Zehistaer Straße: Manche verlieren schon mal den Überblick, wer wo Vorfahrt hat. © Daniel Schäfer

Es ist noch nicht lange her, als es an der Kreuzung Rottwerndorfer/Zehistaer Straße abermals knallte. Ein Autofahrer hatte am 6. August beim Abbiegen einen Radfahrer übersehen und umgefahren, der Radler verletzte sich dabei leicht. Unfälle wie dieser sind an diesem unübersichtlichen Knotenpunkt längst kein Einzelfall.

 2018 beispielsweise erwischte es hier Tom Müller aus Burkhardswalde. Ein anderer Autofahrer hatte ihm damals die Vorfahrt genommen, für Müller ging der Unfall glimpflich aus, allerdings entstand an seinem Wagen ein Schaden von 9 000 Euro. Immer wieder, sagt Müller, beobachte er, dass sich an der Kreuzung gefährliche Situationen abspielen.

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Und in der Tat: Wegen ihrer Dreiecksform und der nahen Einmündungen von Seminar- und Mühlenstraße sowie der Ausfahrten an der Aral-Tankstelle ist die Kreuzung äußerst unübersichtlich. Viele Kraftfahrer verlieren schon mal den Überblick, wer nun eigentlich wo Vorfahrt hat. „Warum unternimmt Pirna nichts, um diese Kreuzung zu entschärfen?“, fragt Müller.

Fest steht bislang: Pirna plant schon seit Jahren, den Knotenpunkt zu einem Kreisverkehr umzubauen. Doch erst jetzt gibt es Aussicht auf Fördermittel. Die SZ fasst den aktuellen Stand zusammen.

Warum soll die Kreuzung zum Kreisel umgebaut werden?

Es gibt mehrere Gründe: Zum einen soll die Kreuzung mit dem Umbau zum Kreisel übersichtlicher und sicherer werden. Zum anderen befinden sich die Kreuzung sowie die angrenzenden Straßen laut einem Ingenieur-Gutachten in einem schlechten Zustand, der Belag ist deformiert, rissig und an vielen Stellen ausgebrochen – alles ist dringend sanierungsbedürftig. Darüber hinaus will Pirna mit Sanierung und Kreiselumbau den Verkehrsfluss verbessern, weil vor allem die Zehistaer und die Rottwerndorfer Straße wegen der künftigen Südumfahrung noch bedeutsamer für die Verkehrsströme werden.

Wie soll der Kreisverkehr künftig aussehen?

Der Kreuzungsbereich selbst wird umgebaut, der Kreisel hat einen Außendurchmesser von 35 Meter, die Fahrbahn ist fünf Meter breit. Das Rondell in der Mitte wird mit Blumen, Bodendeckern und einem Baum bepflanzt, ringsum wird Sandstein in verschiedenen Korngrößen aufgeschüttet. Entlang des Kreisverkehrs und der angrenzenden Straßen gibt es später auch separate Radwege. Überdies wird die Rottwerndorfer Straße von der Kreuzung bis zur Clara-Zetkin-Straße saniert. Die Zehistaer Straße wird ebenfalls von der Kreuzung bis zur Ausfahrt Clara-Zetkin-Straße saniert. Die Besonderheit hier: In der Fahrbahnmitte wird auf einem Teilstück ein Grünstreifen angelegt. Vom Umbau umfasst ist auch die Einmündung Seminarstraße. Kraftfahrer können später von der Seminarstraße aus nicht mehr nach links auf die Rottwerndorfer Straße abbiegen. Wer von da aus stadtauswärts fahren will, muss zunächst nach rechts abbiegen und eine Runde im Kreisel drehen. Ebenso ist es später nicht mehr möglich, von der Rottwerndorfer Straße nach links in die Seminarstraße abzubiegen. Auch die Kreuzung an der Mühlenstraße wird umgestaltet. Sie stößt dann nicht mehr spitzwinklig, sondern rechtwinklig auf die Rottwerndorfer Straße. Auswirkungen hat der Kreiselbau überdies auf die Tankstelle. Aus der östlichen Ausfahrt – die näher an der Rottwerndorfer Straße liegt – können Kraftfahrer später nur nach rechts abbiegen. Wer von dort aus in Richtung Zehistaer Straße fahren will, muss ebenfalls eine Runde durch den Kreisel drehen. Die westliche Zufahrt kann hingegen wie bisher genutzt werden. Die bisherigen Kunden-Parkplätze an der Adler Apotheke entfallen künftig, weil eine Zufahrt vom Kreisel aus nicht möglich ist. Die Zufahrt zur Apotheke befindet sich dann nördlich des Kreisels.

Wann soll der Kreisverkehr gebaut werden?

Finanziell ist der Kreisel im Haushalt 2019/20 verankert, ein genauer Baustart ist aber noch unklar. Pirna hat bereits 2018 Fördermittel beantragt, bislang aber noch keinen Bescheid erhalten. Ist der Bescheid da, muss das Projekt noch ausgeschrieben und die Aufträge vergeben werden. Für den Bau an sich geht das Rathaus von einer Bauzeit von sechs bis sieben Monaten aus.

Die Streckenführung wird sich stark verändern, wenn der Kreisel steht.
Die Streckenführung wird sich stark verändern, wenn der Kreisel steht. © SZ-Grafik

Warum wurde der Kreisel nicht schon früher gebaut?

Pirna plant das Großvorhaben „Ausbau Zehistaer/Liebstädter Straße“, zu dem auch der Kreisel gehört, bereits seit 2000. Um es zu finanzieren, wurde das Projekt in mehrere Teilabschnitte untergliedert. So wurde 2011 die Brücke an der Einsteinstraße über die Seidewitz gebaut. 2012/13 folgten der Brückenneubau über die Gottleuba an der Zehistaer Straße, der Kreisverkehr Zehistaer Straße/Einsteinstraße sowie die Sanierung der daran angrenzenden Teilbereiche der Zehistaer Straße. Im Sommer 2013 kam eine neue Flut. Im Fokus stand danach zunächst die Beseitigung der Flutschäden (2014 bis 2019), andere große Bauprojekte verschob die Stadt auf später.

Warum ist der Kreuzungsumbau so teuer?

Der Kreiselbau kostet weit über eine Million Euro. Das Projekt umfasst aber insgesamt die Planungs- und Baukosten für Kreisel und angrenzende Straßen auf einer Länge von 500 Meter, die Gestaltung der Mittelinsel, den Bau des Grünstreifens und die Verlegung von Leerrohren für das Breitbandnetz. Daher sei das Vorhaben laut der Stadt so teuer. Pirna muss einen Eigenanteil von 300 000 Euro aufbringen.

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