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Kreisverkehr ohne abzutragen

Unser Leser Christian Soika aus Pulsnitz hat einen ausführlichen Leserbrief zum Thema verfasst. Er schreibt unter anderem:

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Verwundert nehme ich die Aussage des Leiters des Straßenbauamtes zur Kenntnis, es habe eine ausführliche Diskussion stattgefunden. Meint Herr Wohsmann damit die abendliche Versammlung in der Gemeindeverwaltung Lichtenberg? Wenn Diskussion, dann doch erst jetzt durch den Aufruf der SZ! Zum Thema: Es wird mittlerweile die geplante Umgehungsstraße für Pulsnitz gar nicht mehr erwähnt. Diese Planung liegt lange vor, Baubeginn war mal für 2005 avisiert. Was die Planer dafür vom Steuerzahler erhalten haben, sicher wissen es die dafür Verantwortlichen. Ausgangspunkt für das Abtragen, sprich Verändern der bestehenden Fahrstrecke sind, wie angeführt, die Lkw. Es wird sicher nicht bestritten, dass ein Kreisverkehr ein erhöhtes Sicherheitspotenzial hat. Nur, ein Anhalten kann auch da nicht vermieden werden. Die winterlichen Bedingungen sind nun mal da oben am Eierberg anders als an der Macherstraße. Es gab Zeiten, da sperrte man diese Strecke im Winter für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Und sicher meinen die Verkehrsexperten nicht die Lkw Richtung Pulsnitz, da ist ja eigentlich ab 7,5 Tonnen sowieso Schluss, oder sollte es sein. Nun sind mir die eigentlichen Pläne des Umbaues nicht bekannt, man wird doch aber nicht einen Art Hohlweg errichten? Wie will man den im Winter freihalten? Wenn ein Ausbau der Kreuzung am Eierberg, dann doch mit der Perspektive einer Stadtumgehung. Oder haben sich die Stadtväter von Pulsnitz wegen des Umsatzes der Gewerbetreibenden von der Ortsumgehung verabschiedet, oder scheut man die Diskussion über den Streckenverlauf? Nun war im Projekt der geplanten Straße die Streckenführung bis Höhe „Gottliebsruhe“ mit dem jetzigen Verlauf identisch. Dann sollte ein Abbiegen nach links in Richtung Mittelbacher Straße führen. Sollte der neue Streckenverlauf nicht schon an der Eierbergkreuzung nach links in Richtung Steinberg erfolgen? Weiter könnte es auf der Straße Lichtenberg-Pulsnitz bis zum Schnittpunkt der jetzigen Planung gehen, dann dem neuen Verlauf nach. Ein Abtragen der Bergkuppe könnte unterbleiben.

In der jetzigen Diskussion werden ja die Unfälle für den Ausbaudruck herangezogen. Eigentlich haben wir hier eine der am besten einsehbaren Kreuzungen. Nutzer dieses Knotens werden ständig erleben, das die Beschilderung oft ignoriert wird, obwohl der Wartepflichtige den Nutzer der Hauptstraße erkannt hat! Das heißt, es wird bewusst eine Gefährdung herbeigeführt. Es wird durch einen immer größeren Teil der Verkehrsteilnehmer die StVO offenbar als Belästigung angesehen. Es gibt weder Todeskreuzungen, Todesstrecken noch Todesbäume. Es gibt Menschen, die sich selbst und Unbeteiligte totfahren. Die Gründe sind vielfältig, aber immer mehr wird bewusst das Leben anderer gefährdet. Ist auch an der Kreuzung der Straßen Leppersdorf-Kleinröhrsdorf/Großröhrsdorf-Radeberg ein Kreisverkehr geplant? Diese Schnittstelle steht der Eierbergkreuzung in puncto Unfälle kaum nach. Entsprechende Verkehrsüberwachung ließe wieder etwas Moral auf die Straßen kommen. Da gibt es den Begriff der Unterlassung, war das auch ein Thema der Experten bei den Diskussionen auf den Ämtern? Weshalb haben diese Sachverständigen, Experten und Amtsinhaber in der örtlichen Presse oder anderen Veranstaltungen nicht um dieses aus Steuergeldern finanzierte Projekt geworben. Wo hatte der Bürger die Möglichkeit, sich zu informieren? Was ist mit der Umgehungsstraße Pulsnitz? Was ist mit der Steigung Waldhaus? Fazit meiner Meinung: Kreisverkehr ja, ohne Abtragen des Gipfels – mit der Perspektive der Umgehung.