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Kretschmer wirbt um Ausländer

Sachsens Ministerpräsident will verstärkt Osteuropäer nach Sachsen holen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU)
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) © Matthias Rietschel/dpa

Im Baltikum, in Polen, Tschechien, Ungarn, aber auch in Weißrussland und der Ukraine will Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verstärkt um Facharbeiter und andere Spezialisten für den Freistaat werben lassen. Das teilte Kretschmer auf einer Veranstaltung des CDU-Stadtverbandes in Görlitz mit.

Alle familienpolitischen Programme der Vergangenheit, die Frauen animieren sollten, mehr Kinder zu bekommen, seien letztlich gescheitert oder hätten zumindest nicht die erhofften Ergebnisse gehabt, sagte Kretschmer. Statistisch gesehen lassen 1,63 Kinder pro Frau die Bevölkerung in Sachsen weiter schrumpfen. Die demografische Situation spitze sich zu. Deswegen müssten künftig neue Wege ausprobiert werden.

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Aus vier Litauern wurden 40 neue Sachsen

Als wegweisendes Beispiel berichtete Kretschmer von einer westsächsischen Firma, bei der vier Litauer vorgesprochen und nach Arbeit gefragt hätten, die zuvor bei einem in Konkurs gegangenen Konkurrenten gearbeitet haben. Der Unternehmer habe diese Männer nach kurzer Bedenkzeit eingestellt. Inzwischen hätten diese ihre Familien nachgeholt und aus vier Litauern seien 40 geworden, die hier inzwischen bestens integriert sind.

Kretschmer kündigte an, überall in Ost- und Mitteleuropa für den Standort Sachsen und die hervorragenden Lebens- und Arbeitsbedingungen zu werben.  Die Kosten für die Deutschkurse würde der Freistaat übernehmen.

Bessere Bedingungen für Familien schaffen

Gerd Weise, Görlitzer CDU-Stadtvorsitzender, bezeichnete Kretschmers Vorstoß als "einen Weg, Menschen aus anderen Ländern, die zum abendländischen Kulturkreis gehören", für Sachsen zu gewinnen. Grundsätzlich sei Zuzug schön, er möchte aber genauso, dass sich die Bedingungen für Familien mit Kindern im Freistaat verbessern. Und dazu würden nicht nur Geldleistungen gehören, sondern auch die gesellschaftliche Anerkennung. 

Der Wert der Familie und von Kindern an sich, werde zu wenig gewürdigt, sagte Weise, der Vater von drei Kindern ist. Diesen Trend umzukehren, sei Aufgabe christdemokratischer Politik, auch zu vermitteln, dass "Kinder als Segen" empfunden werden sollten und nicht als Last.

Florian Oest, Görlitzer Kreisvorsitzender der CDU, hat den Vorstoß von Kretschmer am Montag auf Nachfrage begrüßt. Er sprach von einer dreigliedrigen Strategie: Erstens junge Familien und Menschen in Sachsen stärken, damit sie in der Region bleiben. Zweitens aus der Region weggezogene Menschen zur Rückkehr zu bewegen. Und drittens Facharbeiter und Akademiker in Osteuropa anwerben.

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