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Kretzschmar kritisiert Einstellung zum Nationalteam

Handball

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Frankfurt/Main. Stefan Kretzschmar hat im Zuge der verletzungsbedingten WM-Absagen von Holger Glandorf und Lars Kaufmann die Einstellung vieler Spieler zur Handball-Nationalmannschaft kritisiert. „Diese Meldung hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Tendenzen in diese Richtung gibt es schon länger. Ich weiß nicht, ob jeder sich darüber im Klaren ist, was für die Nationalmannschaft und den Handball auf dem Spiel steht“, sagte Kretzschmar und twitterte: „Nationalmannschaft absagen aus gesundheitlichen Gründen, aber jedes Wochenende im Verein 100 Prozent geben. Bedenklich und charakterlos!“

Kretzschmar glaubt auch, dass die scheinbar schwindende Wirkung des Trikots mit dem Bundesadler ein Generationsproblem ist. „Zu meiner Zeit“, sagt der 39-Jährige, „konntest du uns aufs Spielfeld tragen, und wir haben gespielt, wenn es für Deutschland ging.“ Die Flensburger Rückraumspieler Glandorf und Kaufmann hatten ihre Teilnahme an der WM in Spanien (11. bis 27. Januar 2013) wegen Verletzungsproblemen abgesagt.

Kretzschmar sieht in Sachen Nationalmannschaftsabsagen eine Dimension erreicht, die ihm missfällt. Dafür verantwortlich sind nach Meinung des früheren Weltklasse-Linksaußen unter anderem die Vereine und deren wirtschaftliche Zwänge. „Sie haben natürlich Einfluss auf die angeschlagenen Spieler und legen ihnen nahe, nicht zu spielen, sondern sich auszukurieren“, sagte „Kretzsche“, der den Handlungsspielraum von Bundestrainer Martin Heuberger als begrenzt ansieht: „Schade, dass es manche Spieler nicht als das Größte ansehen, für Deutschland zu spielen.“ (sid)