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Weniger Straftaten in Mittelsachsen

Im Landkreis wurden 2019 über 11.600 Straftaten registriert. Die allgemeine Tendenz ist sinkend, aber Diebstähle nehmen zu. Die Polizeistatistik.

Insgesamt 61 Autos sind 2019 in Mittelsachsen gestohlen worden, 21 weniger als noch im Vorjahr.
Insgesamt 61 Autos sind 2019 in Mittelsachsen gestohlen worden, 21 weniger als noch im Vorjahr. © imago

Region Döbeln/Mittelsachsen. Auf zwei VW Touran und einen Skoda Oktavia hatten es im April 2019 Diebe in der Stadt Döbeln abgesehen. Einen Touran haben die Täter gestohlen, einen weiteren sowie den Skoda beschädigt. Polizeimeldungen wie diese waren im vergangenen Jahr selten.

Der Grund: „Die Diebstähle rund ums Kraftfahrzeug in Mittelsachsen sind in allen Bereichen rückläufig und weisen jeweils den niedrigsten Stand der vergangenen fünf Jahre aus“, sagt Polizeisprecherin Jana Ulbricht. Sie stellte am Dienstag die polizeiliche Kriminalstatistik 2019 für den Bereich der Polizeidirektion (PD) Chemnitz vor. Es gibt einen Abwärtstrend.

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Tiefstand bei Diebstählen von und aus Kraftfahrzeugen

Fast jede dritte Straftat in Mittelsachsen ist ein Diebstahl. Besonders zurückgegangen sind die Diebstahlsdelikte ums Kraftfahrzeug. Es wurden 21 Autos sowie zwölf Krafträder weniger gestohlen. Damit betrug die Zahl der entwendeten Autos 61, die der Krafträder 48. Hinzukommen 396 Diebstähle an und aus Kraftfahrzeugen, 75 weniger als 2018. Damit folgt der Kreis dem Trend im Freistaat.

„Diese erfreuliche Entwicklung ist nicht zuletzt Ergebnis der erfolgreichen Arbeit der Polizei. Neben der SoKo Kfz haben auch die gemeinsamen Fahndungsgruppen mit der Bundespolizei, die Fahndungs- und Kompetenzzentren sowie die Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Polen und Tschechien hierzu beigetragen“, so Andreas Kunze-Gubsch, Sprecher der Sächsischen Innenministeriums.

Zahl der Einbrüche in Läden und Keller hat zugenommen

Im Bereich der Diebstähle gibt es aber auch andere Entwicklungen. So hat die Zahl der Ladendiebstähle um 129 auf 541 Fälle zugenommen. Angestiegen sind auch die Einbruchsdiebstähle in und aus Böden, Kellern sowie Waschküchen. Registriert wurden hier 263 Straftaten, 130 mehr als 2018. „Insbesondere bei Ladendiebstählen hat die Polizei kaum Möglichkeiten, gegenzusteuern.

Auch bei Einbrüchen in Böden/Kellern/Waschküchen sieht dies ähnlich aus, da diese Taten nicht im öffentlichen Raum passieren“, sagt Jana Ulbricht. Eigentümer hätten aber die Möglichkeit, Sicherungsmaßnahmen konsequent zu nutzen oder auszubauen. Nur minimal rückläufig sind die Wohnungseinbrüche (136). Bei fast der Hälfte der Fälle (64) kamen die Einbrecher am Tag. Die Aufklärungsquote bei diesen Einbrüchen liegt bei 36,8 Prozent.

Die Zahl der Straftaten ist um 202 gegenüber 2018 gesunken

Exakt 11.675 Straftaten sind 2019 von den Beamten der PD Chemnitz im Bereich Mittelsachsen erfasst worden. Im Vergleich zu 2018 sind das 202 Fälle weniger. Damit geht die Kriminalität weiterhin leicht zurück. Rückläufig waren unter anderem die Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie die Diebstähle unter erschwerenden Umständen. Auch wurden weniger Sachbeschädigungen registriert. Mehr erfasst worden sind Diebstähle ohne erschwerende Umstände sowie Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit.

Rund 64 Prozent der Straftaten konnten 2019 aufgeklärt werden

Leicht gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahr die Aufklärungsquote im Landkreis. Den Beamten ist es gelungen, 5.101 Tatverdächtige zu ermitteln. Fast 15 Prozent davon sind nichtdeutscher Herkunft. „54 der nichtdeutschen Tatverdächtigen verstießen gegen die Bestimmungen des Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetzes“, so Polizeisprecherin Jana Ulbricht.

Landkreis gehört zu den sichersten Bereichen in Sachsen

Die sinkende Zahl an Straftaten sowie die Steigerung der Aufklärungsquote zeichnen sich im Bereich der PD Chemnitz, zu der auch die Stadt Chemnitz sowie der Erzgebirgskreis gehört, ab. Die Regionen gehörten „mit Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik mit die sichersten Bereiche im Freistaat Sachsen“, ordnete Polizeipräsidentin Sonja Penzel die Zahlen ein.

Steigende Kriminalität im Revierbereich Döbeln

2019 gab es im Bereich des Polizeireviers Döbeln insgesamt 2.890 Straftaten, wie Ulbricht auf Nachfrage mitteilte. Das sind 212 Delikte mehr als im vergangenen Jahr. „Zuwächse waren insbesondere im Bereich der Sachbeschädigungen (426 Fälle/+94), der einfachen Körperverletzung (+38 Fälle) sowie im Bereich des einfachen Diebstahls (392 Fälle/+26) zu verzeichnen“, erklärte die Polizeisprecherin. Um 41 auf 425 Fälle zurückgegangen sind die Vermögens- und Fälschungsdelikte. In etwa gleich geblieben sind die Delikte im Bereich der Sachbeschädigung (426), einfacher Körperverletzung sowie einfacher Diebstahl (392).

Fast neun Millionen Euro Schaden durch Kriminalität

Der Schaden, der sich in Mittelsachsen aus den Straftaten ergibt, beläuft sich für 2019 auf rund 8,9 Millionen Euro. Rund 1,9 Millionen Euro davon sind auf wirtschaftskriminelle Vergehen zurückzuführen. Fast 3,7 Millionen Euro Schaden sind bei Diebstählen im Landkreis entstanden.

2019 gab es einen Drogentoten in Mittelsachsen

Ein Mensch ist im vergangenen Jahr an den Folgen seines Drogenkonsums verstorben. Insgesamt ist die Zahl der Rauschgiftdelikte jedoch zurückgegangen. Fast 96 Prozent der 733 erfassten Straftaten in Zusammenhang mit Drogen wurden aufgeklärt. Im Zuge der Ermittlungen sind 724 Tatverdächtige gefasst worden, die überwiegende Mehrheit ist deutscher Herkunft, 72 sind nichtdeutscher Herkunft.

Bei den Delikten handelt es sich meist um „sogenannte Konsumentendelikte“. In 86 Fällen ist wegen des unerlaubten Handelns oder Schmuggelns von Betäubungsmitteln ermittelt worden. Die Zahl der Delikte in Zusammenhang mit Crystal ist fast gleich geblieben (164), in Bezug auf Cannabis und dessen Anbau war ein leichter Rückgang zu verzeichnen (380).

Mehr Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern

In 66 Fällen mussten die Beamten im vergangenen Jahr wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermitteln. Gegenüber 2018 ist die Zahl um 20 Fälle gestiegen. Zugenommen hat auch die Zahl der Verbreitung von Pornografie im Landkreis. Waren es 2018 noch 31 Fälle, so wurde im vergangenen Jahr 44 Mal aus diesem Grund ermittelt. „Diese beiden Erscheinungsformen weisen neben der sexuellen Belästigung (32 Fälle) die meisten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auf“, sagt Jana Ulbricht. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktbereich liege bei 93,8 Prozent.

Drei Prozent der Straftaten sind Gewaltkriminalität

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Bei 352 der im Landkreis erfassten Straftaten handelt es sich nach der Statistik um Gewaltkriminalität. Mehrheitlich sind dadurch schwere und gefährliche Körperverletzungen zu verstehen. Die Gewaltdelikte machen drei Prozent der Straftaten im Kreis aus. Im vergangenen Jahr gab es eine leichte Steigerung um 17 Fälle. „Die Aufklärungsquote liegt bei 84,4 Prozent“, sagt Jana Ulbricht.

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