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Sachsen

In Sachsen ist es sicherer geworden

Die neue Kriminalitätsstatistik bietet neben einer Reihe von guten Nachrichten auch Anlass zur Sorge.

Die Anzahl der Wohnungseinbruchdiebstähle in Sachsen ist  mittlerweile auf dem niedrigsten Niveau seit zehn Jahren.
Die Anzahl der Wohnungseinbruchdiebstähle in Sachsen ist mittlerweile auf dem niedrigsten Niveau seit zehn Jahren. © Daniel Maurer/dpa

Die bundesweite Tendenz ist auch in Sachsen spürbar: Die registrierte Kriminalität geht insgesamt zurück. Das gilt aber nicht für alle Kriminalitätsfelder. Sowohl die Zahl politisch motivierter Taten als auch die Sexualstraftaten haben zugenommen. Die SZ erläutert die Details der Kriminalitätsstatistik 2019, die Innenminister Roland Wöller (CDU) am Donnerstag wegen der Corona-Pandemie ohne die übliche Pressekonferenz veröffentlicht hat:

Deutlich weniger Wohnungseinbrüche

Die Anzahl der Wohnungseinbruchdiebstähle in Sachsen ist um 24 Prozent zurückgegangen und befindet sich mittlerweile auf dem niedrigsten Niveau seit zehn Jahren. Im vergangenen Jahr sind 3.040 Wohnungseinbrüche registriert worden. 2018 waren es noch 4.001. Positiv ist Wöller zufolge, dass der Anteil der versuchten, aber erfolglosen Einbrüche weiter gestiegen ist. Er liegt mittlerweile bei rund 44 Prozent. Diese Quote sei ein deutliches Zeichen dafür, dass Hauseigentümer und Mieter sich besser schützen. Bund und Länder hatten dazu eigene Förderprogramme aufgelegt. Jeder vierte Fall wurde aufgeklärt.

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Zahl der Autodiebstähle hat sich mehr als halbiert

Allein im vergangenen Jahr gab es im Bereich des Kfz-Diebstahls einen Rückgang um rund 26 Prozent auf 1.718 Fälle. Das sind 603 Diebstähle weniger als ein Jahr zuvor. Mehr als jeder dritte Diebstahl wurde durch die Polizei aufgeklärt, heißt es in dem Bericht. Danach haben neben der Sonderkommission Kfz auch die gemeinsamen Fahndungsgruppen mit der Bundespolizei, die Fahndungs- und Kompetenzzentren sowie die Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Polen und Tschechien zu dem Erfolg beigetragen. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag im vergangenen Jahr bei rund 42 Prozent.

Grenzkriminalität bleibt auf dem Niveau der letzten Jahre

Die Kriminalität an den sächsischen Außengrenzen hat sich auf etwa rund 17.000 Straftaten eingepegelt. 2014 verzeichnete die Statistik mit rund 22.300 Delikten die bisher höchste Zahl an Straftaten an den Grenzen. Besonders häufig wurden an der Grenze Diebstähle (34 Prozent), Sachbeschädigungen (zehn Prozent), Betrugsdelikte (sieben Prozent) sowie Körperverletzungen (sieben Prozent) begangen. Entlang der 577 Kilometer Außengrenze gibt es 46 sächsische Gemeinden mit Grenzbezug, davon liegen 39 an der tschechischen und sieben an der polnischen Außengrenze. Wöller sagte, die Kontrollen mit der Bundespolizei, die Einrichtung der SoKo Argus in Görlitz und die Videoüberwachung in der Innenstadt von Görlitz zeigten zunehmend Wirkung.

Anzahl der Rauschgiftdelikte geht nur leicht zurück

Die Anzahl der Rauschgiftdelikte ist erstmals seit drei Jahren leicht zurückgegangen. Sie sank laut Statistik um rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt bewegen sich die Fallzahlen mit 13.012 registrierten Delikten (2018: 13.214) weiterhin auf einem hohen Niveau. Während die Fallzahlen bei Crystal 2019 leicht zurückgehen, steigen die Delikte im Zusammenhang mit Cannabisprodukten, wie Marihuana oder Haschisch.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nehmen zu

Dieser Bereich gehört zu den negativen Tendenzen des Berichts. Die Zahl der Sexualstraftaten ist um 6,7 Prozent auf 3.195 gestiegen. Zum Vergleich: Vor vier Jahren waren es noch 1.992 Taten. Nähere Erläuterungen zu diesem Thema enthält die Statistik nicht. Die Zunahme könnte auf Ermittlungserfolge im Kampf gegen Kinderpornografie zurückzuführen sein. Hier registrierte die Polizei eine Zunahme von 194 Fällen. In der bundesweiten Kriminalitätsstatistik, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf die Zusammenarbeit deutscher Sicherheitsbehörden mit einer halbstaatlichen US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation verwiesen. Außerdem hätten deutsche Internetbeschwerdestellen zu deutlich mehr Hinweisen und Ermittlungsansätzen geführt.

Mehr politisch motivierte Kriminalität im Wahljahr 2019

Die politisch motivierten Straftaten sind angestiegen und haben mit 4.350 Fällen (2018: 3.461) einen neuen Höchststand erreicht. 2.256 Straftaten entfallen auf den Phänomenbereich „Rechts“, 1.385 auf „Links“. Ein Drittel (1.337) steht in Zusammenhang mit der Landtagswahl. Dabei handelt es sich vor allem um die Beschädigung von Wahlplakaten.

Weniger Straftaten durch Zuwanderer

Zuwanderer verübten zwölf Prozent weniger Straftaten. Es wurden insgesamt 16.439 Fälle (ohne ausländerrechtliche Delikte) erfasst. Hierbei bildeten Ladendiebstähle (3.071), Körperverletzungen (2.749) und Beförderungserschleichungen (1.902) den Schwerpunkt. Fast 40 Prozent aller durch Zuwanderer begangenen Straftaten haben Mehrfach- und Intensivtäter begangen.