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Wie der Kita-Umzug gelaufen ist

Das Querxenhäus'l in Zittau wird saniert. Erzieher und Kinder kommen solange in der "Burgteichschule" unter. Dafür erhält das Team unerwartete Hilfe.

Annette Kanis ist Erzieherin im Querxenhäus'l. Mit ihren Kolleginnen tat sie alles dafür, damit sich die Kinder in den neuen Räumen wohl fühlen.
Annette Kanis ist Erzieherin im Querxenhäus'l. Mit ihren Kolleginnen tat sie alles dafür, damit sich die Kinder in den neuen Räumen wohl fühlen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Annette Kanis und ihre Kolleginnen von der Zittauer Kita Querxenhäus'l haben anstrengende Tage hinter sich. Ihr Gebäude auf der Juststraße wird grundlegend saniert, weshalb das Team umziehen muss. Dafür hat es unzählige Kisten gepackt, Möbel und größere Spielzeuge ab- und wieder aufgebaut und nebenbei etliche Quadratmeter an Oberflächen geputzt. Ist der Umzug einer Kita an sich schon eine Herausforderung, gab es diesmal noch etliches mehr zu bedenken. Denn die Kinder vom Querxenhäus'l werden voraussichtlich für die nächsten 15 Monate in der ehemaligen Burgteichschule auf der Alten Burgstraße/Weststraße spielen, lernen und schlafen.

Dafür waren teils aufwendige Vorarbeiten notwendig. Schulkinder sind wesentlich selbstständiger und größer als Kitakinder. Daher musste einiges angepasst werden. Unter anderem haben die Mitarbeiterinnen hinter den Treppengeländern ein feineres Gitter und auf halber Höhe extra Handläufe angebracht. So können sich die Kinder nicht die Hände verletzen und die Kleineren sich beim Treppensteigen festhalten. Da nur das Erdgeschoss und der Keller genutzt werden, versperren jetzt Türschutzgitter den Weg in die oberen Etagen.

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Im Bad wurden Podeste gebaut, damit die Kinder bequem die Waschbecken erreichen können. "Gleichzeitig wurde damit ein aufwändiger Umbau der Bäder vermieden", sagt Raik Urban. Er ist Geschäftsführer der Gernegroß GmbH, zu der das Querxenhäus'l sowie zwölf andere Kitas und Grundschulhorte gehören. Nicht nur an dieser Stelle habe man mit solch pragmatischen Lösungen Kosten gespart, so Urban.

3,2 Millionen Euro werden investiert

"Aus baulicher Sicht ist die Sanierung der Kita dringend notwendig", sagt er. Schon seit die Zittauer Kindertagesstätten gGmbH das Haus 2010 übernommen hat, gab es dafür Überlegungen. Jetzt wird das Gebäude zum Boden hin abgedichtet, das Dach neu aufgebaut und eingedeckt, werden notwendige Rettungswege neu gestaltet sowie Fenster angepasst. Wenn alles fertig ist, ist das Gebäude auf der Juststraße baulich für die Zukunft gerüstet. Die Kosten belaufen sich auf rund 3,2 Millionen Euro, die Bund und Stadt Zittau fördern. Auch die Zittauer Kindertagesstätten gGmbH beteiligt sich an der Finanzierung mit einer hohen Summe an Eigenmitteln. 

Diese umfangreichen Arbeiten können während des laufenden Kita-Betriebs nicht erfolgen. Deshalb zieht das Querxenhäus'l" in sein vorübergehendes Ausweichquartier.

Die Holzbahn der Kita ist mit umgezogen.
Die Holzbahn der Kita ist mit umgezogen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Fast alle der 70 Kita- und 20 Krippenkinder werden dort ab Montag das Haus und die weitläufigen Außenspielflächen erobern. Draußen erwartet sie neben altbekanntem Spielgeräten wie der Holzbahn unter anderem auch ein extra für sie angelegter Sandkasten. Auch drinnen werden die Kinder etliche vertraute Dinge wieder entdecken. "Die Erzieherinnen haben sich viele Gedanken gemacht, wie sie in das doch etwas nüchterne Schulgebäude eine heimelige Kita-Atmosphäre zaubern können", sagt Leiterin Gisela Brendler. Die 13 Kolleginnen und der Azubi hätten dazu viele gute Ideen gehabt und diese auch tatkräftig mit umgesetzt. Für dieses Engagement bedankt sich die Chefin ausdrücklich. 

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Tief beeindruckt sei sie auch von den Eltern, berichtet sie. Etwa ein Drittel von ihnen halfen wie selbstverständlich beim Umzug mit. Dafür sei sie sehr dankbar, denn das habe dem Team einiges an teils kniffliger Arbeit abgenommen. Ein Vater baute zum Beispiel sozusagen im Alleingang eine der zweiten Spielebenen ab, im neuen Haus wieder auf und passte diese sogar noch an die veränderten baulichen Bedingungen an. Allein das sei eine beachtliche Leistung. Die Coronakrise hatte übrigens kaum Einfluss auf den Umzug. Alle Beteiligten hielten sich selbstverständlich an die geltenden Regeln, doch andere Auswirkungen gab es nicht.

Wenn alles gut geht, soll das Querxenhäus'l nächstes Jahr zum Schuljahresanfang wieder in sein angestammtes Haus ziehen können. Darauf freut sich das gesamte Team jetzt schon.

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