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Krippenplätze für alle

Seit August gilt das Anrecht auf einen Krippenplatz. In Coswig und Weinböhla übernehmen mehr Tagesmütter den Job.

Von Philipp Siebert

Für viele Kommunen war es ein Stichtag, vor dem sie sich fürchten. Der 1. August 2013. Seit diesem Tag haben Eltern einen Anspruch auf einen Krippenplatz. Bekommen sie, trotz eines rechtzeitigen Antrags keinen, können sie ihn einklagen. In Coswig und Weinböhla blieben Klagewellen bisher aus. Die Verwaltungen haben rechtzeitig vorgesorgt.

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In den Kindertagesstätten sind ausreichend Plätze vorhanden, um alle Kinder unter drei Jahren betreuen zu können. In Coswig gibt es insgesamt 800 Plätze. Etwa ein Drittel davon ist für die Kleinsten gedacht. Doch nur noch wenige sind in den sieben Einrichtungen in der Stadt frei. „Um den Bedarf langfristig zu sichern und dabei flexibel zu sein, haben wir schon vor dem 1. August reagiert“, sagt Coswigs Schulamtsleiter Stefan Sári. Die Stadt erweiterte nicht nur die Kita Sonnenkäfer in Kötitz um 18 zusätzliche Krippenplätze. Der Schulamtsleiter setzt zudem verstärkt auf Tagesmütter. Seit dem 1. Juli betreut die 50-jährige Französin Marie Hutin täglich fünf Kinder. Sie ist bereits die fünfte Tagesmutter in Coswig.

Ähnlich ist der Trend in Weinböhla. Gut 930 Kita-Plätze für Kinder bis sechs Jahre gibt es derzeit in der Gemeinde. 50 weitere kommen durch den Ausbau der Kindertagesstätte Kunterbunt bis Januar 2014 hinzu. Allein dort können dann 20 Krippenkinder zusätzlich betreut werden. Doch die Plätze sind schon jetzt vergeben, sagt Weinböhlas Hauptamtsleiterin Julia Schneider. Deshalb erteilt auch die 10 000 Einwohner große Gemeinde Tagesmüttern die Zulassung. „Mit Eva Schirmer tritt ab 1. Januar die zweite Tagesmutter im Ort ihren Dienst an“, so die Hauptamtsleiterin.

Die Eltern haben die Wahl

Für Barbara Plänitz ist die steigende Zahl der Tagesmütter in den Kommunen nicht überraschend. Die Mitarbeiterin der Familieniniative Radebeul ist für die Ausbildung der Betreuer im Landkreis Meißen zuständig. „Tagesmütter sind eine Alternative für Eltern, die ihre Kinder nicht in große Krippengruppen geben wollen.“ Jede Tagesmutter passt auf maximal fünf Kinder auf. „Die Kleinen wachsen in den ersten drei Lebensjahren bei denen in einem familiären Umfeld auf.“, so Plänitz. Das werde von vielen Eltern immer häufiger gewünscht. Mit drei Jahren wechseln die Kinder anschließend in eine normale Kindertagesstätte.

Die Wahlfreiheit für die Eltern ist aber nur ein Grund, weshalb die Verwaltungen immer mehr Tagesmütter zulassen. Sowohl in Coswig als auch in Weinböhla können die Kitas baulich nicht mehr erweitert werden. „Mit dem Ausbau der Kita Kunterbunt haben wir unsere Möglichkeiten ausgeschöpft“, sagt Julia Schneider. Ähnlich geht es ihrem Coswiger Kollegen. Stefan Sári: „Anbauen können wir in keiner Einrichtung mehr.“ Lediglich einige wenige Plätze könnten bei Bedarf geschaffen werden. Für Neubauten fehlt dagegen das Geld.

Wer sich zur Tagesmutter ausbilden lassen will, kann sich an die Vermittlungsstelle für Kindertagespflege im Familienzentrum Radebeul wenden.