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"Nazinotstand": Dresden fürchtet Schaden

Tourismus-Experten sorgen sich wegen der Konsequenzen aus dem Begriff: Bleiben Gäste weg? Ein ungewöhnlicher Plan soll helfen.

Tourismusverbands-Chef .Johannes Lohmeyer
Tourismusverbands-Chef .Johannes Lohmeyer © Archivbild: Sven Ellger

Der angebliche „Nazinotstand“ in Dresden schlägt weltweit Wellen. Die Grundsatzerklärung des Stadtrates gegen Rechtsextremismus mit der Überschrift „Nazinotstand?“ hat hier zu Empörung geführt und schreckt offenbar Touristen ab.

Jetzt hat sich die Tourismusbranche zu einer Krisensitzung deswegen getroffen. Dresdens Marketing-Chef Jürgen Amann, Tourismusverbands-Chef Johannes Lohmeyer, Sachsen Hotel- und Gaststättenverbands-Chef Axel Klein, Hoteliers und weitere beratschlagten, wie es weitergehen soll.

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„Es wird einen nachhaltigen Schaden für die Branche und damit für Dresden geben“, ist sich Lohmeyer sicher. Es habe Anfragen gegeben, ob der Striezelmarkt überhaupt stattfindet, es gab Stornierungen von Reisen, besorgte Nachfragen beim städtischen Dresden Marketing. „Und Veranstalter stellen fest, dass weniger Menschen sich Veranstaltungen in Dresden im Internet anschauen“, erläutert Lohmeyer. Wie groß der Schaden ist, könne noch nicht beziffert werden. Aber die Stadträte, die die Erklärung mit dem Titel beschlossen haben, hätten der Stadt einen „Bärendienst“ erwiesen, sagt Lohmeyer.

Der Antrag geht auf Stadtrat Max Aschenbach (Die Partei) zurück. Zugestimmt haben, nach einer inhaltlichen Überarbeitung, Grüne, Linke, SPD, FDP und die Einzelstadträte vom Bündnis Freie Bürger und der Piratenpartei.

Man habe überlegt, ob Gegenkampagnen sinnvoll seien. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, das Beste ist, Gras über die Geschichte wachsen zu lassen“, sagt Lohmeyer. Jede weitere Diskussion um das Wort würde die Geschichte befeuern.

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Deshalb hält Lohmeyer es auch aus Sicht des Tourismus für richtig, dass Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) dem Beschluss nicht widerspricht. Sonst würde die Sache erneut im Stadtrat diskutiert und in der Öffentlichkeit thematisiert werden. Das helfe der Branche nicht. „Wir brauchen positive Signale aus Dresden“, so Lohmeyer. 

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