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Kritik am Dippser Oberbürgermeister

Ralf Kerndt stellte den Nachbarn vor, wie er die Verwaltung organisiert. Das kam mit Blick auf die Eingemeindung nicht gut an.

Von Franz Herz

Der Dippser Oberbürgermeister Ralf Kerndt (Freie Wähler) kann sich nach der Eingemeindung von Schmiedeberg auf harte Diskussionen im Stadtrat gefasst machen. Als er im Schmiedeberger Rat seine Verwaltungsorganisation vorstellte, bekam er Gegenwind, vor allem von den Freien Wählern, denen Kerndt selbst angehört. Die CDU-Fraktion beteiligte sich nicht an der Diskussion. Es gibt drei Kritikpunkte.

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Kritikpunkt eins: Mitarbeiterzahl soll nicht wachsen

Kerndt berichtete, dass seine Verwaltung jetzt schon überlastet sei, einige Mitarbeiter viele Mehrstunden leisteten und es kaum schaffen, diese abzufeiern. Er nannte den Bauhof und die allgemeine Verwaltung als Beispiele. Er deutete an, dass mehr Personal erforderlich sei. Das stieß auf Unverständnis im Schmiedeberger Rat.

Es ist einzusehen, dass jetzt im Zuge der Eingemeindung Mehrarbeit auf die Verwaltung zukommt. „Aber perspektivisch muss das Personal schrumpfen“, forderte Karelli Krischker (SPD). Ein Argument, das für größere Kommunen spricht, zielt ja in die Richtung, dass solche Einheiten wirtschaftlicher arbeiten. Kerndts Aussagen gehen in die gegenteilige Richtung.

Kritikpunkt zwei: Die Stadt kann nicht auf ein Bauamt verzichten

Kerndt legte dar, dass er im Rathaus nur zwei große Unterteilungen hat. Das Hauptamt ist für Ordnung und Sicherheit, Kindereinrichtungen und Kultur zuständig. Die zweite Säule ist Finanz- und Bauverwaltung in einem. Falko Uyma (Freie Wähler) fragte, warum denn in einem Fachbereich Bau und Finanzen zusammengefasst werden. Das steht im Widerspruch dazu, dass die Leiter der Fachbereiche nach Kerndts Worten überlastet sind. Andere befürchten, dass Aufgaben auf der Strecke bleiben.

Kritikpunkt drei: Wichtige Abteilungen gehören ins Rathaus

Kerndt plant, die Finanz- und Bauverwaltung aus dem Rathaus in den Seitenflügel der Parksäle zu verlegen. „Es ist nicht gut, wenn ein Kernbereich der Verwaltung ausgelagert wird“, sagte Henry Krenz (Freie Wähler). Er schlug vor, das Büro der Tourismusgemeinschaft nach Schmiedeberg zu verlegen. Dort wäre es auch näher an Altenberg. Außerdem könnte der Abwasserbetrieb in die Parksäle ziehen. Dann müsste doch der Platz im Rathaus für die Abteilungen Bau und Finanzen reichen.

In Schmiedeberg grummelt es. So hat Krischker den Dippser OB kritisiert, weil der im Stadtrat gesagt hat: „Wir müssen Schmiedeberg übernehmen.“ Sie sagte: „Das ist kein schönes Zusammengehen.“ Michael Becker (Freie Wähler) kündigte dem OB schon an: „Wir sind der Rat. Wir sagen, was gemacht wird.“