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Kritik am Zustand des Picknickplatzes

Erst im Frühjahr wurden die Bänke und neuen Spielgeräte am Sportplatz Exer aufgestellt. Doch schon herrscht wieder Vandalismus.

Der Papierkorb abgerissen und ausgekippt: So sieht es schon wieder an den neuen Picknick-Bänken am Spielplatz Exer aus.
Der Papierkorb abgerissen und ausgekippt: So sieht es schon wieder an den neuen Picknick-Bänken am Spielplatz Exer aus. © Anne Hübschmann

Großenhain. Die Errichtung von zwei Fitnessgeräten, eines Volleyballplatzes und einer Holzsitzgruppe am Exer wurde von Lehmann-Immobilien beauftragt und bezahlt. Der Erschließungsträger für das nahe Wohngebiet Heideblick hatte dazu einen Vertrag mit der Stadt geschlossen. "Er war Bestandteil des B-Planverfahrens und wurde jetzt als Restleistung ausgeführt", so Stadtsprecherin Diana Schulze.  Der Stadtbauhof habe alles im März aufgebaut und den Fallschutz eingebracht.

Die kleine Freizeitanlage am Exer wird sehr gut angenommen. Sie ist als Spielplatz ausgewiesen. Erwachsene bzw. Jugendliche können hier Fußball, Volleyball, Basketball spielen oder grillen. Und auch an die Kinder ist gedacht. 

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Doch Mike Preibisch brachte jetzt den Zustand von Bänken am Exer im Stadtrat zur Sprache. Es sehe schon wieder schlimm aus da oben, so der CDU-Stadtrat, meinte aber eine Picknickbank am Radweg. Dort gäbe es keinen Papierkorb. Und Matthias Schmieder, Leiter im Sachgebiet Ordnung und Stadtkultur, äußerte, dass man auch nicht vorhabe, einen hinzustellen. Auch in der Sächsischen Schweiz würden immer mehr Behälter abgebaut, weil damit Missbrauch getrieben wird und der Aufwand der Entsorgung nicht mehr verhältnismäßig sei. Der Stadtbauhof, so Schmieder, beschäftige einen Fahrer allein nur mit der täglichen Papierkorb-Entleerung im Großenhainer Stadtgebiet. Nebenbei Straßen sauberhalten wie früher könne dieser Mitarbeiter aus zeitlichen Gründen nicht.

Keine Schilderwut

Das sind die neuen Fitnessgeräte auf dem Spielplatz am "Exer".
Das sind die neuen Fitnessgeräte auf dem Spielplatz am "Exer". © Anne Hübschmann

Die Gewählten und die Verwaltung sind sich bewusst, dass solche Freizeiteinrichtungen durch die Corona-Krise verstärkt genutzt werden. "Doch die Leute müssen ihren Müll einfach mit nach Hause nehmen", fordert der Sachgebietsleiter. Ansonsten müsse die Stadt mehr Personal einstellen bzw. mehr Geld für Abfallbehälter ausgeben. Oder eben gar keine Körbe mehr aufstellen, wenn sie der Zerstörungswut anheim fallen. Oder die Nutzer noch mehr Müll daneben dalassen.

Tatsächlich fand die SZ bei einer Vor-Ort-Recherche einen Papierkorb an der neuen Holzsitzgruppe vor - nur war der leider schon kaputt, und der Inhalt lag verstreut. Anwohner der Fläche berichten, dass die Stadt in letzter Zeit drei Mal am Tag zum Aufräumen komme. Vor allem am Wochenende werde der Platz oft genutzt. Über Lärmbelästigung klagen die Anlieger allerdings nicht.

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Laut Matthias Schmieder hat der Exer, der ehemalige Exerzierplatz der Husaren - heute Naturschutzgebiet - vier Hauptzuwegungen. An allen Punkten stehen laut Schmieder Hinweisschilder mit Ge- und Verboten. Weitere Hinweise wie von Stadtrat Hermann Braunger (CDU) gefordert, hält er für "Schilderwut". Nur Appelle an die Vernunft der Nutzer könnten helfen, Anlagen wie die Picknickbänke für alle ansehnlich zu erhalten. 

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