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Kritiker geben zu viel Gas

über den Meißner Rummelstreit

Peter Anderson

Weihnachtsmärkte besuche ich fast immer zusammen mit der Familie am Wochenende. Am meisten erfreut mich das Staunen der Kinder und das Vergnügen, welches sie an dem Naschwerk, der Dekoration und den harmlosen Spielereien haben. Auf dem Dresdner Striezelmarkt dürfen sie mit dem kleinen Riesenrad fahren und in Meißen gibt’s eine Runde Autoscooter. Wo liegt da der Unterschied? Ist ein Riesenrad – so wie es klein auf dem Dresdner Altmarkt und groß am Goldenen Reiter steht – weihnachtlicher als ein Autoscooter?

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Der Knackpunkt am Rummelstreit ist allerdings nicht diese prinzipielle Frage, sondern die schiere Größe des Scooters. Wer als Tourist sein Auto an den Arkaden abstellt und über den Kleinmarkt in die Altstadt schlendert, wird von dem Fahrgeschäft regelrecht erschlagen. Es nimmt zu viel Platz ein. Das muss objektiv so gesagt werden.

So berechtigt die Kritik an dem überdimensionieren Schaugeschäft auch sein mag, die Kritiker vergreifen sich im Ton. Sie schießen mit Kanonen auf Spatzen und lassen vorweihnachtliche Gelassenheit vermissen. Der Autoscooter auf dem Kleinmarkt bedeutet nicht den Untergang des Abendlandes. Meißens Image wird daran keinen nachhaltigen Schaden nehmen. Es wird daraus kein Skandal in überregionalen Gazetten entstehen.

Wie zu vernehmen ist, soll der Scooter zudem nur eine Notlösung gewesen sein, weil andere Fahrgeschäfte nicht zu bekommen waren. Am besten wäre es, die Energie nicht in voreilige Schuldzuweisungen zu stecken, sondern langfristig eine neue peppige Idee für Weihnachten 2014 zu entwickeln. Vielleicht bei einer Runde Autoscooter?