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Krönung für das Mättig-Epitaph

An der Gedenktafel im Dom sind die Restaurierungsarbeiten gut vorangekommen. Der letzte Teil wird besonders schwierig.

Er wird der krönende Abschluss: Wenn alle anderen Restaurationsarbeiten abgeschlossen sind, wird der Verkündigungsengel zurück auf das Mättig-Epitaph im Dom gesetzt.
Er wird der krönende Abschluss: Wenn alle anderen Restaurationsarbeiten abgeschlossen sind, wird der Verkündigungsengel zurück auf das Mättig-Epitaph im Dom gesetzt. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Auf einem Holzbrett steht der weiß-goldene Engel, pustet in ein Blasinstrument. Es ist der Verkündigungsengel des Mättig-Epitaphs im Bautzener St.-Petri-Dom, der das Geschehen von seinem Platz aus überwacht. Und geschehen ist hier nach und nach einiges in den letzten Jahren. Seit 2010 lassen die Kirchgemeinde St. Petri und die Mättig-Stiftung das Epitaph restaurieren. Mit Unterbrechungen wurde die Holz-Gedenktafel Stück für Stück aufgefrischt, erlangte seine ursprüngliche Farbvielfalt wie im 17. Jahrhundert wieder.

Frisch und weiß sind nun auch die Locken des Verkündigungsengels, gülden die Flügel und das Musikinstrument. Lange sah die Figur ganz anders aus: grau und dem Verfall nahe. Durch Spenden konnte sie im vergangenen Jahr wiederhergestellt werden. Der Verkündigungsengel, er hat seine Generalüberholung schon hinter sich. Ende des Jahres sollen auch die Restaurierungsarbeiten am gesamten Epitaph abgeschlossen sein, dann steht für den Engel noch ein Flug an: Wenn alles andere fertig ist, wird die Figur zurück auf die Spitze des etwa acht Meter hohen Bildnisses gesetzt.

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Doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun, denn andere Teile des Epitaphs liegen noch auf dem Tisch der Restauratorin und warten darauf, wieder frisch gemacht zu werden. Zum Beispiel soll die Wappenkartusche in diesem Jahr wieder aufgefrischt werden. Sie wird dann ihren Platz ganz unten am Rand des Epitaphs finden. Die Arbeit wird nicht einfach sein, denn die Kartusche ist stark beschädigt. „Der Putz der bröselnden Wand hat sich dort unten gesammelt“, erklärt Uwe Koch, Chef der Mättig-Stiftung. „Durch den Dreck konnte die Luft nicht zirkulieren, Anobien konnten ungestört das Holz zerfressen.“

Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Oberlausitz

Rund 20 000 Euro werden die noch ausstehenden Arbeiten und das Anbringen der noch fehlenden Teile des Epitaphs kosten, insgesamt werden die Kosten für die Arbeiten auf etwa 100 000 Euro geschätzt. Bei der Finanzierung halfen der Stiftung in den vergangenen Jahren auch Zustiftungen. Eine davon: das Erbe der Bautzener Schneidermeisterin Ursula Mitschke. Die Frau, die sich für die Geschichte Bautzens interessierte, hinterließ der Stiftung, als sie 2017 starb, einen größeren fünfstelligen Betrag.

Ihr Geld wird nun unter anderem in die Restaurierungsarbeiten des hölzernen Epitaphs fließen, das zwischen 1655 und 1661 vom Bildhauer David Hübner geschaffen wurde. 500 Taler soll er damals dafür erhalten haben. Das Bildprogramm, das ursprünglich vier Tafeln umfasste und die Auferstehung Christi, das jüngste Gericht und die Himmelfahrt Christi und Elias‘ zeigte, ist ein Zeugnis des evangelischen Christen Gregorius Mättig.

Mättig lebte von 1585 bis 1650 zählt heute zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Oberlausitz. Seine Stiftungen förderten fast 300 Jahre Bildung und Wissenschaft. Mehr als 1000 jungen Menschen ermöglichten sie ein Studium oder den Schulbesuch.

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2007 wurde die Stiftung von Mättig-Nachfahren wiederbegründet, noch heute sollen Stipendien Nachwuchswissenschaftlern, die sich mit der Geschichte und dem kulturhistorischen Erbe der Oberlausitz und Bautzens befassen, das Forschen ermöglichen. Nun alle zwei Jahre vergibt die Stiftung das Mättig-Stipendium in Höhe von 1200 Euro. Bewerbungen sind noch bis Ende Mai möglich, gefördert werden vor allem Abschlussarbeiten.

www.maettig-stiftung.de