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Kromlau: Trotz Tempolimit eine Rennpiste

Fast im ganzen Ort herrscht Tempo 30, oft auch Parkverbot. Daran wird sich selten gehalten. Das gefährdet besonders Kinder.

Das Rot der 30er-Zone-Schilder in der Jämlitzer Straße in Kromlau ist längst verblasst. Dadurch, und weil sie zu hoch hängen, werden die Schilder übersehen und es wird gerast.
Das Rot der 30er-Zone-Schilder in der Jämlitzer Straße in Kromlau ist längst verblasst. Dadurch, und weil sie zu hoch hängen, werden die Schilder übersehen und es wird gerast. © Sabine Larbig

Kromlau. Die Anwohner vom Jämlitzer Weg haben ein Problem. Trotz Tempo 30 und einem im ganzen Ort geltendem Parkverbot wird hier viel zu schnell gefahren und wild geparkt.„Es wird richtig über die Straße gedonnert. Da bremst kaum jemand ab, obwohl überall Verkehrsschilder stehen. An den Wochenenden ist es besonders schlimm“, beklagt Anwohnerin Silvia Rauhut. „Außerdem wird in Höhe des Spielplatzes auf dem Gehweg geparkt.“ Nur weil die Leute zu faul seien, hundert Meter weiter auf dem großen Parkplatz am Badesee ihre Autos abzustellen und weil sie dafür bezahlen müssten, mutmaßt die Kromlauerin. 

Um auf das Verkehrsproblem aufmerksam zu machen, meldete sie sich jüngst in der Bürgerfragestunde der Gemeinderatssitzung zu Wort. Immerhin sei es ja so, dass am Jämlitzer Weg nicht nur viele Leute wohnen würden. Dort befinden sich auch der Spielplatz, die Bungalowsiedlung, Ferienwohnungen und der Badesee. Mit über die Straße flitzenden Kindern sei daher immer zu rechnen. Um sie habe sie deshalb besonders Angst. „Es muss ja nicht erst was Schlimmes passieren“, so Silvia Rauhut, die deshalb verstärkt Blitzaktionen in der Straße forderte. Zudem seien die Verkehrsschilder total verblichen und würden, wie am Dorfbrunnen oder aus Richtung Klein Düben, viel zu hoch hängen. „Die Leute nehmen die Schilder gar nicht wahr.“ Die Kromlauerin wies daher die Gemeinderäte darauf hin, die Schilder zu begutachten und, wo nötig, auszutauschen und niedriger anzubringen.

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Das Problem der Beschilderung ist nicht unbekannt. Erst bei der letzten Ortsbefahrung durch den Technischen Ausschuss wurde Handlungsbedarf im Jämlitzer Weg und anderswo im Ort festgestellt. Eine Liste, so informierte der Ausschussvorsitzende Frank Hoffmann, liege vor. Die Thematik schnell anzugehen, versprach Bürgermeister Dietmar Noack. Und er schlug vor, auf beiden Straßenseiten in Höhe des Spielplatzes „Vorsicht Kinder“-Verkehrsschilder aufzustellen. Dafür sei jedoch eine verkehrsrechtliche Anordnung nötig. „Das ist richtig. Trotzdem geht es hier um schnelles Handeln“, unterstrich Gemeinderätin Josefine Melling. Der bei der Sitzung anwesende Bürgerpolizist Heiko Bader versprach außerdem, sich die Lage vor Ort genau anzusehen und das Thema Geschwindigkeitsmessung anzubringen. „Blitzaktionen sind momentan durch die Schwierigkeiten mit dem neuen Bußgeldkatalog nicht einfach, aber wir werden es prüfen“, so Bader. Was die bei den Bürgern vorherrschende Annahme betreffe, dass die 30er-Zone-Schilder automatisch ein Parkverbot bedeuten würden, so sei das nicht zutreffend. Wo keine Parkverbotschilder stünden, dürfe geparkt werden: an der Straße, nicht aber auf dem Gehweg. 

Doch es sind nicht die einzigen Ärgernisse der Anwohner. Jürgen Oeder kritisiert, dass die an der Straße und im Spielplatzbereich befindlichen großen Bäume schief stehen, Äste sehr tief hängen und oft abbrechen. „Dass hier aus Sicherheitsgründen was gemacht werden muss, ist der Gemeinde schon oft mitgeteilt worden. Aber es wurde bisher nichts getan.“ Auch die Straße hinterm Spielplatz, die regelmäßig mit großer Landwirtschaftstechnik befahren werde, sei aus seiner Sicht an falscher Stelle. „Sie ist auch eine Gefahrenquelle für Kinder und müsste umverlegt werden.“

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