merken
PLUS

Bautzen

Krone: Probebetrieb ist möglich

Der Bautzener Saal könnte ohne großen Aufwand vermietet werden - vielleicht schon 2020. Wenn die Stadt mitspielt.

So leer wie jetzt muss der Saal der Stadthalle Krone nicht mehr lange bleiben. Der Besitzer des Hauses, die städtische Wohnungsbaugesellschaft kommt inzwischen zu dem Schluss, dass der Probebetrieb bereits im kommenden Jahr möglich wäre. Doch ein Hinderni
So leer wie jetzt muss der Saal der Stadthalle Krone nicht mehr lange bleiben. Der Besitzer des Hauses, die städtische Wohnungsbaugesellschaft kommt inzwischen zu dem Schluss, dass der Probebetrieb bereits im kommenden Jahr möglich wäre. Doch ein Hinderni © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Der Andrang war groß. Als zum Denkmaltag die Türen der Bautzener Stadthalle „Krone“ aufgeschlossen wurden, nutzten viele die Chance und warfen einen Blick in das Gebäude zwischen Töpferstraße und Steinstraße. Seit fast zwei Jahren finden in dem Haus keine Veranstaltungen mehr statt. Ein Zustand, der sich bald ändern könnte. Schon sehr bald.

„Theoretisch wäre es möglich, dass die Stadthalle im kommenden Jahr mit dem Probebetrieb startet“, erklärt jetzt Kirsten Schönherr, Chefin der Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB), in deren Besitz sich die Krone befindet. Mit Probebetrieb meint Schönherr die Testphase, die einige Stadträte fordern, um dem Haus eine Chance zu geben. Drei Jahre lang soll ausprobiert werden, ob der Veranstaltungssaal auch tatsächlich genutzt wird. Erst dann wolle man über Sanierung oder Abriss der Stadthalle entscheiden.

PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Dass die BWB-Chefin zu diesem Fazit gelangt, hat vor allem einen Grund. In den vergangenen Monaten und Wochen hat sie Experten damit beauftragt, sich die Krone ganz genau anzusehen. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor. Mit Spannung wurde vor allem das Brandschutzgutachten erwartet. Das ist nun fertig. Zwar will auch die Bautzener Feuerwehr sich die Situation noch einmal anschauen. Doch insgesamt sehe es sehr gut aus, betont Schönherr. Man könne den Brandschutz ohne großen Aufwand und mit nur wenig Geld für den Probebetrieb ertüchtigen, erklärt sie. Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) hatte vor allem an den technischen Anlagen gezweifelt. Diese hätten seit fünf Jahren keine Abnahme durch den Tüv gehabt, erklärte er. Auch mit diesem Thema hat sich die BWB auseinandergesetzt. „Die Anlagen sind natürlich nicht die Neuesten, aber sie sind in Ordnung“, so Schönherr. Es könne passieren, dass die Lüftung oder die Heizung irgendwann einmal kaputt gehen. Doch momentan befürchte man das nicht.stor gehörte.

Wer organisiert den Probebetrieb?

Für einen Probebetrieb der Krone seien nur noch „minimale Eingriffe“ notwendig, so Schönherr weiter. Den stinkenden Toiletten müsste man sich noch widmen. Viel mehr sei nicht zu tun, erklärt sie. Doch obwohl es nur um kleine Dinge geht, hat die BWB-Chefin nun einen Stopp eingelegt. Für die Überprüfung der Anlagen und das Brandschutzgutachten habe man bereits Geld ausgegeben. Mehr will die BWB nicht investieren. Zumindest nicht solange nicht feststeht, ob der Probebetrieb auch politisch gewollt ist. „Wir haben unsere Aufgabe erfüllt. Nun muss die Stadt entscheiden, ob sie die Testphase möchte und wenn ja, wie“, erklärt Kirsten Schönherr. Wenn es nach ihr geht, dann sollte dieses Thema möglichst in den nächsten Wochen diskutiert und im Stadtrat entschieden werden.

Über das „Wie“ müssen die Stadträte sprechen, weil noch unklar ist, wer den Probebetrieb später organisiert. „Wir würden das unter Umständen machen“, erklärt Schönherr. Das Problem dabei: Die BWB darf das Haus momentan aus steuerrechtlichen Gründen nicht vermieten – zumindest nicht für einen Abend. Nur wenn ein Interessent einen mehrjährigen Vertrag abschließt, kann der Vermieter den Schlüssel weiterreichen. Um das zu ändern, müsste die BWB eine Tochtergesellschaft gründen. „Wir stehen schon in den Startlöchern“, so Kirsten Schönherr. Man habe schon Vorbereitungen getroffen. Doch die Verwaltung muss dem noch zustimmen.

Im Rathaus wartet man indes noch darauf, dass das Brandschutzgutachten vorgelegt wird. Das werde man auswerten und mit der BWB besprechen, erklärt der Oberbürgermeister. Er betont zugleich aber auch: „Jede, wie auch immer geartete Weiternutzung der Halle steht unter der rechtlichen Vorgabe, dass weder die Stadt noch ihre Tochterunternehmen einen Betrieb der Halle direkt oder indirekt subventionieren dürfen.“ In dem langen Satz stecken zwei Aussagen. Ahrens erklärt damit, dass er weiterhin an der Meinung festhält, er wolle keinen Cent in die Krone investieren. Doch gleichzeitig sagt er damit auch: Wäre der Probebetrieb kostendeckend, hätte der OB nichts gegen die Vermietung des Saals.

Zeit bis zum Jahresende nutzen

Während im Rathaus noch gewartet wird, handeln die Mitglieder einer Bürgerinitiative. Für die Rettung der Krone haben sie inzwischen einen Förderverein gegründet. Eine Entwicklung, die auch BWB-Chefin Kirsten Schönherr beachtet hat. Sie drückt weiter aufs Tempo. Auch, weil es immer wieder Anfragen für den Saal gibt. Noch kann sie auch langfristige Reservierungen nicht annehmen. „Man plant zum Beispiel einen Abiball ja nicht erst eine Woche vorher“, sagt sie. Würde die Stadt bald eine Entscheidung treffen, könnte sie solche Termine vergeben und die Zeit bis Jahresende nutzen, um den Saal für die Testphase flott zu machen. Schönherr ist optimistisch, bremst allerdings auch überzogene Erwartungen. Bei einem Probebetrieb werde die BWB keinen Eventmanager einstellen, sondern maximal einen Hausmeister. Auch können die Bautzener nicht erwarten, dass dort jedes Wochenende große Stars auftreten, meint sie. Die BWB-Chefin rechnet damit, dass sie den Saal für etwa 30 Veranstaltungen im Jahr vermieten kann. Vergleichbar sei das mit den Zeiten, als das Haus noch dem Berliner Inve

Mehr zum Thema Bautzen