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Saison am Kristýna-See eröffnet

In diesem Jahr konnten keine Gäste aus Zittau und Umgebung bei dem Spektakel dabei sein. Dafür aber eine Weltklasse-Schwimmerin.

Der Hradeker Bürgermeister hat das Schloss zum Krystina-Areal am Boden des Sees aufgeschlossen und damit die Saison eröffnet.
Der Hradeker Bürgermeister hat das Schloss zum Krystina-Areal am Boden des Sees aufgeschlossen und damit die Saison eröffnet. © Vít Štrupl

Trotz der gegenwärtigen Einschränkungen und berechtigten Vorsichtsmaßnahmen – die Eröffnung der Saison am Areal-Kristýna bei Hradek (Grottau) sollte nicht buchstäblich ins Wasser fallen. Das betonte Josef Horinka vor einigen Tagen. Er ist nicht nur der Bürgermeister von Zittaus tschechischer Nachbarstadt, sondern auch einer der Initiatoren und Hauptakteur dieses beliebten Spektakels. 

Immer um diese Zeit hatten sich zahlreiche Zuschauer, darunter eben auch viele Oberlausitzer, diesen Tag schon rechtzeitig im Kalender vorgemerkt. Mit eigenen Augen wollten sie, wenn auch mit etwas Abstand, verfolgen, wie der Bürgermeister gemeinsam mit anderen bekannten Personen, vor allem seinem Vorgänger und jetzigen Bezirkshauptmann Martin Půta sowie Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker aus den Händen der Fee Kristynka den großen Schlüssel zum See in Empfang nimmt, um das ominöse Schloss auf dem Grund zu öffnen und damit die Saison am Badesee.

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OB Zenker bedauert, diesmal nicht dabei sein zu können. Dafür aber hatten die Organisatoren am Wochenende einen wirklich prominenten Ehrengast angeheuert. Es war die körperbehinderte Weltklassenschwimmerin Markéta Pechová aus Liberec (Reichenberg). Erst im August vergangenen Jahres hatte die inzwischen 40-Jährige den Ärmelkanal zwischen Calais und Dover schwimmend überwunden. Das gelang bisher nur sieben ihrer Landsleute, von denen aber keiner behindert war.

Markéta Pechová
Markéta Pechová © Rolf Hill (Archiv)

Als Markéta zwölf Jahre alt war, hatte die Ärzte einen Knochentumor an ihrem linken Oberschenkel festgestellt. Trotz intensiver Behandlung wie Chemotherapie änderte sich nichts, so dass das gesamte Bein schließlich amputiert werden musste. Bereits ein Jahr später meldete sich die heimtückische Krankheit in Form eines Tumors im linken Lungenflügel zurück. Auch hier musste operiert werden. Doch die tapfere junge Frau gab nicht auf. Mithilfe verschiedener Sportarten versuchte sie immer wieder, ihren geschundenen Körper fit zu halten. Mit 20 lernte sie schließlich Schwimmen – und brachte es, wie sich zeigt – fast zur Perfektion. Der Wunsch, den Ärmelkanal zu überwinden, entspricht fast dem eines Menschen mit nur einem Bein, einen Marathon zu laufen. Unbändiger Wille trieb sie voran, und so erreichte sie schließlich nach zwölf Stunden und 31 Minuten wohlbehalten, aber völlig ausgepowert ihr Ziel.

Übrigens wurde die Fee Kristýnka traditionsgemäß vom stellvertretenden Bürgermeister Pavel Farský über den See zur Schlüsselübergabe geschippert. Mit diesem symbolischen Akt sei aber leider noch nicht die völlige Öffnung des Areals verbunden, erklärte Bürgermeister Josef Horinka. Nach dem bisherigen Zeitplan werden die Gaststätten und andere Einrichtungen erst am 25. Mai ihren Betrieb wieder aufnehmen. Allerdings sei es bereits jetzt möglich, zumindest den Fensterverkauf für Snacks und Getränke zu nutzen. Leider stehe es aber in den Sternen, wann man endlich wieder die zahlreichen Oberlausitzer Stammgäste am See begrüßen könne. 

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