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Künftig Personalkontrollen am Steg bei Kaufland

Die Brücke über die Flutmulde ist ein beliebter Treffpunkt junger Leute. Dort passieren auch Straftaten. Die Polizei reagiert.

Von Jens Hoyer
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Die Brücke bei Kaufland hat sich zum Schwerpunkt in Döbeln entwickelt. Die Polizei will jetzt öfter Personen kontrollieren, die sich in diesem Bereich aufhalten.
Die Brücke bei Kaufland hat sich zum Schwerpunkt in Döbeln entwickelt. Die Polizei will jetzt öfter Personen kontrollieren, die sich in diesem Bereich aufhalten. © SZ

Döbeln. Der Tümmlersteg bei Kaufland geistert immer wieder mal durch die sozialen Medien. Erst in der vergangenen Woche hatten Unbekannte ein paar Weihnachtsbäume in die Flutmulde geschmissen, die beim Weihnachtsbaumverkauf vor dem Einkaufsmarkt übrig geblieben waren. Die Brücke ist vor allem in der wärmeren Jahreszeit ein Treffpunkt junger Leute, die dort auch diverse Alkoholika konsumieren.

Passanten berichten von dem unguten Gefühl, das sich einstellt, wenn sie sich den Weg zur oder von der Innenstadt durch die Menge mehr oder weniger angetrunkener Leute bahnen müssen. Und das ungute Gefühl trügt nicht. An der Brücke registriert die Polizei gehäuft Straftaten. Vor allem Rohheitsdelikte und Schlägereien, sagt Döbelns Revierleiter Andrée Wagner. Auch seien schon Leute festgestellt worden, die im Besitz von Betäubungsmitteln waren. Als Drogenumschlagplatz spielt die Brücke aber nach Kenntnis der Polizei keine Rolle. „Bisher ist dort kein Handel mit Betäubungsmitteln festgestellt worden“, so Wagner.

Die Häufung von Straftaten rechtfertigt nach Ansicht der Polizei aber „verdachtsunabhängige“ Personenkontrollen an der Fußgängerbrücke. Das Sächsische Polizeigesetz macht das möglich, sagte Wagner. „Wir wollen das Klientel, das auffällig geworden ist, an Ort und Stelle kontrollieren.“ Laut Polizeigesetz kann die Polizei die Identität einer Person feststellen, wenn die Annahme gerechtfertigt ist, dass in oder an Objekten Straftaten begangen werden sollen. 

Gemeint sei damit nicht das Kaufland-Gelände selbst, sondern der Fußgängersteg und angrenzende Flächen, so Wagner. Bis zum Neubau der Brücke Straße des Friedens hatte sich das Problemklientel vor allem dort zum Feiern getroffen. Der Treffpunkt hatte sich dann verlagert. Durch die Kontrollen könne es eventuell wieder zu einer Verdrängung kommen, mutmaßt Döbelns Polizeichef.

Die Polizei arbeitet dabei mit dem Ordnungsamt der Stadt zusammen. Die Stadtverwaltung erwägt ein Alkoholverbot für den Bereich der Fußgängerbrücke, bestätigt Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU). „Wir unterstützen das Anliegen und sind dazu in intensiven Gesprächen“, so Liebhauser. Ein Alkoholverbot hatte die Stadt schon für das Gelände der Klostergärten verhängt, wo es vor Jahren ähnliche Probleme gab. Der Stadtrat müsste dafür eine entsprechende Polizeiverordnung beschließen.

Die Personalengpässe im Döbelner Revier, die es im vergangenen Jahr gegeben hatte, haben sich verbessert. Auch im kommenden Jahr werden die altersbedingten Abgänge von Polizisten ausgeglichen, sagte Wagner. „Wir bekommen außerdem eine deutlich höher Anzahl an Praktikanten zugewiesen.“ Statt vier bis fünf sollen zehn künftige Polizisten in Döbeln praktische Erfahrungen sammeln. „Für uns ist das eine Bereicherung, weil das Wissen der Praktikanten auf dem neusten Stand ist. Gerade im Verkehrsrecht sind sie sehr fit“, so der Polizeichef.