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Künftig weiße Bänder an A 17

Natur. Entlang der neuen Autobahn werden Schlehen gepflanzt. Bis 2006 soll das Umfeld im ersten Abschnitt gestaltet sein.

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Von Peter Hilbert

Nach Öffnung der A 17 ab dem Anschluss Gorbitz hat sich eins rasant entwickelt: der Verkehr. Nicht ganz so schnell geht es bei den Anpflanzungen, die als Ausgleich und Ersatz an und um die neue Trasse oder zur Gestaltung angelegt werden. Die Bäumchen bieten noch ein mickriges Bild. Ganz in Ordnung findet Immo Grötzsch, der Naturschutzbeauftragte des Weißeritzkreises, den betriebenen Aufwand. Doch an der einen oder anderen Stelle sieht er noch Lücken klaffen.

Eine davon hat Grötzsch am Ausgang eines Wildtunnels entdeckt, nur wenige Steinwürfe vom Nordzipfel des Hammerbachs entfernt. Nachdem die Autobahn die natürliche Verbindung abgeriegelt hat, ist dieser Durchlass der Biotopverbund zwischen dem Hammerbachtal bei Wurgwitz und dem Jammertal bei Zöllmen. „Am südlichen Tunneleingang müssten kleine Waldstreifen angelegt werden, damit Kleintiere geleitet werden und mehr Deckung finden“, sagt er.

Warten auf Freitaler Teiche

An der benachbarten Böschungsbepflanzung gibt es nach seiner Ansicht hingegen nichts zu bemängeln. „An der Anschlussstelle Gorbitz ist viel gemacht worden, auch in Gompitz und Altfranken“, lobt er die Natur- und Landschaftsplaner des Autobahnamtes. Es stehe nur die Frage, ob durchweg einheimische Gehölze eingesetzt wurden.

Auf eins wartet Grötzsch jedoch bislang vergebens: auf zwei Teiche, die als Ausgleich für den Autobahnbau angelegt werden sollen. Einer davon sollte am Hammerbach bei Wurgwitz entstehen. Außerdem dreht es sich um den Ternickelteich. Er liegt im Tal zwischen dem Freitaler Ternickel- und dem Burgwartsberg, ist aber schon in den 80er Jahren ausgetrocknet. Auch dieser Teich soll renaturiert werden. Doch wann?, fragt Grötzsch.

Ralf Klotz vom Autobahnamt Sachsen versichert, dass nichts unter den Tisch gerutscht ist. Die mit der Begrünung am Wildtunnel beauftragte Firma sei in die Insolvenz gegangen. „Spätestens 2006 wird dort die Bepflanzung verdichtet“, stellt der Referatsleiter Umwelt in Aussicht. Bei der Gestaltung entlang der Trasse habe das Autobahnamt schon im Blick gehabt, einheimische Gehölze einzusetzen. So wie früher an der A 4 seien an der A 17 Schlehen gepflanzt worden. „In ein bis zwei Jahren wird man im Frühjahr die weißen Bänder sehen“, stellt Klotz in Aussicht.

Probleme hat Klotz’ Behörde hingegen mit dem Anlegen des Teichs im Hammerbachtal bei Wurgwitz. Über den schmalen Weg ins Tal, der von Natursteinmauern gesäumt ist, könne keine schwere Technik fahren. Die ist aber nötig, um den Teich auszubaggern. Nun soll dafür im Frühjahr 2006 ein Minibagger eingesetzt werden.

Pläne gebe es auch für die Renaturierung des Ternickelteichs und des Almabachs. Die Ergänzungsanträge liegen beim Regierungspräsidium (RP) zur Bestätigung.

70 der 110 Hektar Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind laut Klotz im ersten A 17-Abschnitt bis zur B 170 fertig. Die restlichen Vorhaben würden ausgeführt oder vorbereitet. Allerdings muss auch für 22 Hektar umgeplant werden, da dem Autobahnamt Eigentumsfragen in die Quere gekommen sind.

Zwar seien rechtlich Enteignungen möglich. Im Zusammenhang mit Naturschutz sollen derartige Zwangsmaßnahmen jedoch nicht eingesetzt werden. Deshalb würden derzeit noch Ergänzungsverfahren laufen, zum Beispiel für den Ternickelteich oder eine Fläche am Park Altfranken. „Wir hoffen auf zügige Entscheidungen des RP. Denn 2006 soll alles weitgehend abgeschlossen sein“, sagt Klotz. Dafür würden enorme Mittel eingesetzt. Allein im ersten Abschnitt der neuen Autobahn seien es unterm Strich rund elf Millionen Euro.