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Künftig zwei Vorschuljahre

Die Kinder ziehen von der Raubaer Straße in den Markt 6 um. Dadurch wird mehr Platz in der Kinderkrippe geschaffen.

© hübschmann

Von Jürgen Müller

Schneller als gedacht kann die Stadt ihre dringend benötigten Kapazitäten in der Kinderkrippe erweitern. Möglich ist das durch kurzfristig bereitgestellte Fördermittel des Bundes und des Landes. Mit dem Geld soll die Kapazität in der Kinderkrippe Raubaer Straße erhöht und für den Vorschulbereich Am Markt 6 ein Außenbereich geschaffen werden.

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Die Zahl der Krippenplätze muss wegen des höheren Bedarfs von 45 auf 58 aufgestockt werden. Grund ist, dass mehr Eltern als angenommen das Recht wahrnehmen, für ihre Kinder einen Krippenplatz zu beanspruchen. „Unsere bisherigen Annahmen haben sich nicht bestätigt. Im August dieses Jahres werden wir die vorläufige Spitze erreichen“, sagt Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP).

Erst kürzlich hatte die Stadt die Erweiterung des Krippenbereiches in der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ abgeschlossen. Durch den Abriss eines alten Baus und einen neuen Anbau kamen 32 neue Plätze im Krippenbereich hinzu. Insgesamt können in der Raubaer Straße jetzt 45 Mädchen und Jungen im Alter von null bis drei Jahren betreut werden. Zu den Plätzen in der Kindereinrichtung kommen 17 Plätze bei Tagesmüttern. Doch das reicht immer noch nicht aus. Von den 30 bis 40 Kindern, die jährlich in Lommatzsch geboren werden, wird für die meisten ein Betreuungsplatz beansprucht.

„Normalerweise wollten wir die Raubaer Straße Schritt für Schritt erweitern. Durch die unverhoffte Förderung geht das nun eher“, sagt die Bürgermeisterin. Es ist notwendig, Schallschutz- und Fußbodenarbeiten durchzuführen. Auch der Mehrzweckraum soll wieder für Kindergarten-Kinder genutzt werden.

Um mehr Platz zu schaffen, nutzen die Lommatzscher das “Schweizer Modell“. Dieses sieht zwei Vorschuljahre vor. Für Lommatzsch bedeutet das, dass die „Großen“ aus dem Kindergarten Raubaer Straße ein Jahr eher, bereits mit vier bis fünf Jahren, in die Vorschule Am Markt 6 umziehen. Dadurch wird Platz für die Krippe. Der Hort nutzt künftig den Markt 6 nicht mehr. Er kann das gesamte Jugendvereinshaus und Räume an der Volkmann-Allee nutzen. In der Grundschule werden für die Hortkinder Räume zur Verfügung gestellt, in denen sie ihrer Hausaufgaben erledigen können. So sehr sich die Bürgermeisterin über mehr Kinder in der Stadt freut, so sehr treffen die Stadt die finanziellen Auswirkungen. So nimmt Lommatzsch zwar rund 26 000 Euro mehr an Elternbeiträgen ein, hat aber höhere Personalkosten von 241 000 Euro, unter anderem dadurch, dass vier neue Erzieherinnen eingestellt werden müssen. Die Kosten für die Kinderbetreuung teilen sich das Land, die Stadt und die Eltern über die Beiträge. Während die Landeszuschüsse festgeschrieben sind, müssen die Erhöhungen von der Kommune und den Eltern getragen werden. „Wir hoffen sehr, dass der Freistaat endlich die Landeszuschüsse erhöht. Das ist nicht nur für Lommatzsch ganz, ganz dringend nötig“, so Anita Maaß. Der Beschluss auf einen Rechtsanspruch für einen Kinderkrippenplatz sei schnell gefasst. „Umsetzen müssen ihn letztlich die Städte und Gemeinden“, sagt die Rathauschefin.