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Ein Wunschbaum am Elberadweg

Die Promnitzer Künstlerin Natascha Walschburger hat ihn erschaffen. Die ersten Wünsche, die Passanten hinterlassen, haben mit Gesundheit zu tun.

In Promnitz hat die Künstlerin Natascha Walschburger einen Wunschbaum aufgestellt.
In Promnitz hat die Künstlerin Natascha Walschburger einen Wunschbaum aufgestellt. © Lutz Weidler

Promnitz. In dem kleinen Ort gegenüber von Riesa macht der Elberadweg einen Bogen. Dort müssen die Radtouristen, die man allerdings in diesen Tagen eher selten antrifft, für ein paar hundert Meter runter vom Damm und einen Umweg durch Promnitz fahren. Dabei gelangen sie in eine Gasse. Hier steht ein langgestrecktes Gebäude, das zum Teil rot angestrichen ist. Das ist das Atelier von Natascha Walschburger. 

Dort davor steht seit ein paar Tagen ein seltsam verziertes Gebilde. Es ist ein dicker Ast, den sie senkrecht aufgestellt hat. So sieht er wie ein kahler Baum aus. "Ich habe ihn auf den Elbwiesen gefunden und den Bauern gefragt, ob ich ihn mitnehmen darf", erzählt die Karlsruherin, die seit fünf Jahren in der Nachbarschaft des Promnitzer Schlosses lebt. Dieser habe sofort eingewilligt. Denn was soll er schon mit einem alten Ast?

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Natascha Walschburger nahm ihn mit und verzierte ihn mit zwei alten Drahtreifen, die sie mit Wolle zu einer Art Netz umflocht. Ein paar Wollfäden hängen herunter. An ihren Enden sind Federn angebracht. Das ganze Geflecht erinnert sehr an die Traumfänger der Indianer. Die sollen der Legende nach die bösen Träume einfangen und nur die guten Träume hindurch lassen. - Sehr passend in dieser Zeit.

Das fand auch Natascha Walschburger. Denn die gegenwärtige, weltweite Corona-Krise vergleicht die 47-Jährige auch mit einem Albtraum, dem sie gern ein Zeichen der Hoffnung entgegenstellen will. Mit ihrem Traumfängerbaum möchte sie aber keine bösen Gedanken einfangen, sondern gute Wünsche. Deshalb nennt sie ihn auch Wunschbaum. 

Die Künstlerin hat eine durchsichtige Box mit kleinen, gelben Zetteln und einem Stift angebracht. Passanten, die vorbeikommen, sollen an- und innehalten. Sie sollen einen Wunsch für sich oder andere Menschen aufschreiben und den Zettel an dem Wunschbaum anbringen. 

Nach der ersten Woche, seitdem der Wunschbaum steht, hängen schon die ersten Zettel  dran. Auf einem steht: "Viel Gesundheit euch allen und mir", auf einem anderen: "Neue Liebe und Gesundheit für Mama". 

"Viele Leute haben mich schon angesprochen und finden den Wunschbaum eine tolle Idee", erzählt die Promnitzer Künstlerin, die selbst wegen einer Krankheit ihr gewohntes Leben aufgeben musste und eine Rente bezieht. Die Liebe hat sie von Karlsruhe in die sächsische Provinz verschlagen. In einer ehemaligen Wäscherei, gleich neben der Schlossruine, haben ihr Mann und sie ein Atelier eingerichtet. "Ich male für mich, damit es mir besser geht", sagt sie. 

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Meistens zeichnet sie farbenfrohe Bilder. Auf fast allen sind Tiere abgebildet. Aber auch Porträts sind in ihrem Atelier zu finden. Dass ihr Wunschbaum so gut bei den Leuten ankommt, freut sie sehr. Die 47-Jährige denkt darüber nach, eventuell noch mehr Wunschbäume zu gestalten und in der Region aufzustellen. Sie sagt: "In dieser Zeit können die Menschen gute Wünsche gebrauchen." 

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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