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Dippoldiswalde

Kürzere Wege für die Retter

Für den Bau eines neuen Gerätehauses in Reinhardtsgrimma werden mehrere Varianten geprüft. Dabei spielt nicht nur das Geld eine Rolle.

Reinhardtsgrimmas Ortswehreiter Thomas Flasche steht auf der Wiese an der Milchviehanlage, auf der das neue Gerätehaus entstehen soll.
Reinhardtsgrimmas Ortswehreiter Thomas Flasche steht auf der Wiese an der Milchviehanlage, auf der das neue Gerätehaus entstehen soll. © Egbert Kamprath

Die Reinhardtsgrimmaer Feuerwehr bekommt ein neues Gerätehaus. Darüber herrscht Konsens in Glashütte. 

Denn der bisherige Standort im drittgrößten Ortsteil lässt sich nicht erweitern. Außerdem steht das Gerätehaus mitten im Wohngebiet. Im Ernstfall müssen die Fahrzeuge durch enge Gassen fahren und dabei vorsichtig sein, um niemanden zu gefährden. Das soll sich durch den Neubau ändern. In den vergangenen Monaten hat sich die Stadt zusammen mit der Feuerwehr Gedanken gemacht, wo das neue Gerätehaus errichtet werden könnte. Zwei Standorte haben sich herauskristallisiert, erklärte Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) in der jüngsten Stadtratssitzung.

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Demnach favorisiert die Feuerwehr ein Grundstück an der Gartenstraße unweit der Mehrzweckhalle. Dort gibt es auch genügend Platz, um einen Übungsplatz für die Feuerwehr zu errichten. Für den Standort spricht auch die Nähe vom gegenwärtigen Gerätehaus und zur Mehrzweckhalle, so Dreßler.

Allerdings hat der Standort auch Nachteile. Zum einen befindet er sich unmittelbar neben dem Folgenbach, der schon mehrmals über die Ufer trat. Zum anderen müssten die Fahrzeuge von diesem Standort über eine Brücke fahren, die in naher Zukunft erneuert werden muss. Denn das Bauwerk ist nur einspurig, müsste aber zweispurig sein. Und drittens würde der Neubau die Möglichkeiten einer Neugestaltung des Sportplatzgeländes deutlich einschränken. Dort sollen – so der Plan der Stadt – in naher Zukunft ein Spielplatz und Schulsportanlagen entstehen.

Die Visualisierung zeigt, wie die das neue Gerätehaus aussehen könnte. 
Die Visualisierung zeigt, wie die das neue Gerätehaus aussehen könnte.  © Foto: Stadtverwaltung

Aus diesen Gründen rückte die Verwaltung ein anderes Grundstück in den Vordergrund der Betrachtung. Demnach könnte das Gerätehaus auch an der Straße Richtung Cunnersdorf neben der Milchviehanlage entstehen. Für diesen Standort sprechen mehrere Gründe, so Dreßler. Zum einen muss die Feuerwehr nicht durch ein Wohngebiet fahren. Der Standort wäre darüber hinaus auch zentraler. Zum anderen gehört die potenzielle Baufläche bereits der Stadt. Außerdem eröffnet dieses Grundstück die Chance, auch eine Außenstelle des Bauhofes dort zu errichten. Bisher favorisierte Glashütte dafür ein Grundstück in Cunnersdorf, das bis vor wenigen Monaten einer Spedition als Betriebshof diente.

Bei der Feuerwehr gab es ein Umdenken. Inzwischen wird auch der Standort an der Milchviehanlage positiv gesehen, sagt Ortswehrleiter Thomas Flasche. Für Glashüttes Stadtwehrleiter Veith Hanzsch war der Standort von Anfang an der besser geeignet. Konsens herrscht auch über die Bauausführung. Der Neubau wird für 35 Mitglieder ausgelegt, gegenwärtig hat die Ortswehr 27 Aktive, so Flasche. Die geplante Größe sei ausreichend. Neben Schulungsraum, Umkleiden und Sanitäranlagen wird es in dem Gebäude drei Fahrzeuggaragen geben. Das bisherige Gerätehaus hat nur eine Stellfläche.


© SZ-Grafik

Die Verwaltung prüft jetzt, welche Synergien sich durch den gemeinsamen Neubau von Gerätehaus und Bauhof-Außenstelle ergeben könnten. Das findet auch Hanzsch gut, der nicht nur Stadtwehrleiter, sondern auch Bauhofchef ist. Er und seine Bauhofkollegen warten seit ein paar Jahren auf eine Entscheidung zur Außenstelle. Nun komme es auf ein paar Monate nicht an. Aus Sicht des Bauhofes haben beide Varianten Vor- und Nachteile. Ein Neubau könne ganz nach den Bedürfnissen des Bauhofes errichtet werden. Und sicher gebe es Synergien mit dem Gerätehaus. Fällt die Entscheidung für den bisherigen Speditionssitz in Cunnersdorf, könnte der Bauhof diesen schneller beziehen.

Die Stadt will alle Varianten prüfen. Auch finanziell müsse das Vorhaben durchdacht werden, so Dreßler. Denn so viel steht fest: Weder der Bau noch ein Umbau zugunsten des Bauhofes wird gefördert. Anders ist es beim Gerätehaus. Nach ersten Planungen werde der Neubau 1,16 Millionen Euro kosten. Hier erwartet Glashütte einen Zuschuss von 540 000 Euro.


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