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Radebeul

Kuh auf der Weide mit Messer angegriffen 

Bei Coswig wurde eine Mutterkuh vermutlich mit einem Messer am Rücken verletzt. Schon vorher gab es Probleme.

Auf dem Rücken der Mutterkuh ist der Schnitt deutlich zu erkennen. Die Kuh und ihr Kalb teilen sich am Elberadweg in Coswig die Weide mit einer weiteren Kuh.
Auf dem Rücken der Mutterkuh ist der Schnitt deutlich zu erkennen. Die Kuh und ihr Kalb teilen sich am Elberadweg in Coswig die Weide mit einer weiteren Kuh. © Foto: Arvid Müller

Coswig. Hier ist die Kuh-Welt noch in Ordnung. Saftiges Gras wächst zwischen Elberadweg und der Elbinsel Gauernitz. Drei Kühe und ein Kalb teilen sich die kleine Weide. Nur die Fliegen stören. Und offensichtlich stört sich auch jemand an den Tieren, die die Sommermonate immer zwischen Kanuverein, entlang der Fähre bis hin zur Marine weiden.

Die Mutterkuh wurde am Donnerstag von einem Unbekannten verletzt. Die Besitzerin, Silvia Lippert, vermutet, dass dies mit einem Messer oder einem anderen spitzer Gegenstand passiert sein muss. Etwa 30 Zentimeter lang ist der Schlitz, deutlich zu erkennen auf dem Rücken des Tieres. Nicht sehr tief, aber die Fliegen gehen ran. Deshalb muss es behandelt werden, damit die Insekten keine Eier in die Wunde legen. Und die Kuh ist scheu geworden. „Sonst ist sie immer gleich zu uns an den Zaun gekommen. Auch die andere Kuh hält sich lieber im Hintergrund auf“, erzählt Silvia Lippert. Noch am Donnerstag habe die Mutterkuh niemanden an sich rangelassen. Am Freitag war sie dann schon wieder etwas zutraulicher.

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Dass sie sich die Verletzungen ohne fremdes Zutun eingefangen hat, daran glaubt Silvia Lippert nicht. „Wir haben die ganze Weide abgesucht. Innerhalb des Zauns stehen keine Bäume und die wenigen Weidebäume befinden sich außerhalb der Koppel und deren Äste sind biegsam. Das ist ein richtig glatter Schnitt.“ Nägel oder andere spitze Gegenstände sind auch am Weidezaun nicht zu finden. Und eine Rangelei mit der anderen Kuh kann ausgeschlossen werden. Deren Hörner sind noch nicht groß und spitz.

Silvia Lippert und ihrem Lebensgefährten sei das Tierwohl sehr wichtig, sagt sie. Deshalb wurden Kuh und Kalb auch nach der Geburt nicht getrennt. Der kleine Bulle darf natürlich aufwachsen. Sie halten außerdem ein paar Schafe. Weil die jemandem am Klärwerk zu laut blökten, erhielt die Familie eine Anzeige. Als sie mit dem Traktor unterwegs waren, seien sie schon als „Assi-Bauern“ beschimpft worden. Und in der vergangenen Woche hat jemand das Wasserfass der kleinen Kuhherde geleert. „Die Kühe können es nicht selbst gewesen sein. Es war kein Hahn dran“, sagt Silvia Lippert.

Nachdem ihr Auto beim Umweiden mal auf dem Elberadweg stand, flatterte ebenfalls eine Anzeige ins Haus. Oder als sie mit ihrem Hund ohne Leine unterwegs waren. Letzteres sieht Silvia Lippert jedoch ein. „Hunde gehören an die Leine.“ Wer hinter diesen Dingen steckt, weiß sie nicht. „Sonst hätten wir gern das Gespräch gesucht.“ Das seien alles kleine Sachen, die sich zu großem Ärger summieren. Mit den Dexter Rindern, einer kleinen Rasse mit gutmütigem Temperament, hätten sie sich einen kleinen Traum erfüllt. Viele Spaziergänger und Radfahrer würden sich an den Tieren erfreuen. Dabei ist die Tierhaltung für das Paar nur ein Hobby. „Wir tun alles für die Tiere. Es ist ärgerlich, wenn sie jemand mutwillig verletzt“, sagt Silvia Lippert.

Bei der Polizei wurde der Vorfall angezeigt. Silvia Lippert hofft, dass jemand etwas gesehen hat und bittet um Hinweise, auch falls in Zukunft etwas Verdächtiges an der Weide auffällt.

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