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Neuer Beschluss zum umstrittenen Kuhstall

Der Gemeinderat Kreischa beschäftigte sich abermals mit dem Bauvorhaben bei Kleincarsdorf. Es geht um mehr Planungssicherheit.

Auf dieser Fläche zwischen Possendorf und Kleincarsdorf soll die neue Stallanlage entstehen.
Auf dieser Fläche zwischen Possendorf und Kleincarsdorf soll die neue Stallanlage entstehen. © Karl-Ludwig Oberthür

Seit Herbst vergangenen Jahres hält das Projekt "Kuhgarten" die Anwohner von Kleincarsdorf in Atem. Nun war es abermals Thema im Gemeinderat Kreischa. Der beschloss, dass für das gesamte Plangebiet zunächst eine Veränderungssperre verhängt wird. Die Gemeinde möchte damit sicherstellen, "dass keine Vorhaben begonnen oder umgesetzt werden, die einem zukünftigen Bebauungsplan im Wege stehen würden", heißt es aus dem Rathaus. 

Die Verwaltung arbeitet derzeit an einem Bebauungsplan für die Fläche am Dorfrand. Investieren möchte die Vorgebirgs Agrar AG aus dem benachbarten Possendorf. Das Landwirtschaftsunternehmen plant, den in Kleincarsdorf liegenden Betriebsteil zu erweitern und einen neuen Kuhstall nach Vorbild eines niederländischen Öko-Bauern zu errichten. Dort sollen um die 630 Kühe mit ihren etwa 150 Kälbern leben. Sie stehen derzeit noch in Ställen in Lübau und Obernaundorf, beides Ortsteile von Rabenau.

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Der Kuhgarten soll eine artgerechtere Haltung ermöglichen. Zudem plant die Agrar AG, in Kleincarsdorf einen alten Wirtschaftshof zum Hofladen umzubauen und dort regionale Produkte anzubieten.

Die Anlieger sind dennoch nicht begeistert. Sie befürchten mehr Lärm, Dreck und Geruchsbelästigungen, sollte die Stallanlage errichtet werden. Die "Interessengemeinschaft Lebenswertes Kleincarsdorf" bezeichnet die Anlage als "mitnichten als Bio-Landwirtschaft sondern industriemäßige Milchviehanlage" und hat dagegen eine Unterschriftensammlung beim Landkreis eingereicht. Behandelt werden konnte die Petition noch nicht - eine am 17. März angesetzte Sitzung des Petitionsausschusses wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

Die weitere Planung des Vorhabens liegt nun ohnehin erst einmal bei der Gemeinde. Im Bebauungsplan werden alle Kriterien für den Kuhstall festgelegt und eine Umweltprüfung durchgeführt. Anschließend werden die Pläne öffentlich ausgelegt, sodass jeder Betroffene Einsicht nehmen und auch Einwände erheben kann. 

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Die jetzt beschlossene Veränderungssperre gilt zunächst bis zu zwei Jahre. Während der Zeitdauer dürfen die bisherigen Nutzungen weiterhin ausgeübt werden. "Neue Bebauungen oder die Errichtung baulicher Anlagen dürfen nicht durchgeführt werden", heißt es aus dem Kreischaer Rathaus.

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