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Kult-Friseur zeigt Aschenbrödel seine Heimat

In Moritzburg wurden die ersten Szenen für Falk Döhlers Film gedreht. Der Dresdner hatte dabei mehr Glück als die Crew des Kultfilms vor 46 Jahren.

Als Großväterchen Frost zeigt Falk Döhler seinem Aschenbrödel (Clivia Kurtze) die Schönheiten der Region.
Als Großväterchen Frost zeigt Falk Döhler seinem Aschenbrödel (Clivia Kurtze) die Schönheiten der Region. © Cornelia Normann

Dresden/Moritzburg. Er ist wohl der einzige Friseur in Dresden, den man ungestraft als durchgeknallt bezeichnen darf. Auf jeden Fall ist Falk Döhler aber der einzige Friseur mit einem eigenen Theater – und einem Hang zum Filmemachen. In diesem Winter will der 52-Jährige Aschenbrödel auferstehen lassen. „Das wird allerdings kein Remake des Klassikers, sondern eher ein Werbefilm für Dresden“, stellt er klar. Trotzdem musste er mit einigen unerwarteten Schwierigkeiten klarkommen.

Mal eben mit einer Kutsche zum Schloss Moritzburg fahren? Keine Chance. Das muss angemeldet werden, kostet Geld und ist sowieso nur von hinten möglich. Außerdem brauchen die Pferde ganz bestimmte Beschläge. Also verzichtete Falk Döhler ganz einfach auf die geplante Einstellung, schrieb sein Drehbuch ein bisschen um und umfuhr mit der Kutsche nur den Schlossteich. Er selbst spielt Großväterchen Frost, das Aschenbrödel die Schönheiten von Moritzburg und Dresden näherbringen will. Mit dem Originalfilm hat das tatsächlich nur noch wenig zu tun.

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Als endlich die Flocken in Moritzburg wirbelten, drehte er gemeinsam mit dem Dresdner Kameramann Gunter Gall die ersten Szenen von Moritzburg. Die Filmleute des Originals hatten vor 46 Jahren ja bekanntlich weniger Glück. Sie mussten auf stinkendes Fischmehl als Schneeersatz zurückgreifen. Auch Döhlers Sohn Henry war mit dabei und steuerte eine Drohne über die romantische Szenerie. Das einzige Problem an der Sache: Aschenbrödel musste erkrankt passen. Zum Dreh im Sonnenschein einen Tag später quälte sich die als Darstellerin auserwählte Clivia Kurtze zumindest für eine Stunde aus dem Bett. Bernd Haase stellte die passende Kutsche zur Verfügung.

In einem Luxusschlitten soll dann auch weiter gedreht werden: eine 7,50 Meter lange Excalibur-Stretchlimousine, die im realen Leben von Udo Tränkner vorgefahren wird. Er ist treuer Kunde in Döhlers Friseursalon „Haar-Mode-Team“. In diesem Auto sollen die Protagonisten dann vor allem die Dresdner Sehenswürdigkeiten erkunden, die nicht jedem Touristen als Erstes einfallen.

Fertig werden könnte der Streifen dann bis Ende des Jahres. Geplant sind etwa 20 Minuten. Zu Geld gemacht werden soll das Werk dann übrigens nicht. Stattdessen will er den Film an seine Kunden verteilen.