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Hoyerswerda

Kulturbund-Hoffest erinnert an Woyski

Der Hoyerswerdaer Bildhauer und Künstler lebt in seinen Arbeiten weiter.

Sabine Mohrmann (v.l.), Tochter von Jürgen von Woyski, zeigte beim Kulturbund-Hoffest das Foto eines von ihrem Vater angefertigten Reliefs, das sie verschenken will. Außerdem auf dem Bild zu sehen sind Paula Strobel vom Kulturbund und Ingrid Tempel.
Sabine Mohrmann (v.l.), Tochter von Jürgen von Woyski, zeigte beim Kulturbund-Hoffest das Foto eines von ihrem Vater angefertigten Reliefs, das sie verschenken will. Außerdem auf dem Bild zu sehen sind Paula Strobel vom Kulturbund und Ingrid Tempel. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Den 90. Geburtstag des Bildhauers und Künstlers Jürgen von Woyski (1929-2000), der vor allem in Hoyerswerda langjährig tätig war und seit 1998 Ehrenbürger ist, feierte der Kulturbund bei seinem diesjährigen Hoffest. Besondere Gäste waren Mitglieder der Jürgen-von-Woyski-Stiftung, unter anderem Prof. Ivo Mohrmann und seine Frau Sabine, eine Tochter von Jürgen von Woyski. Mirko Pink vom Amt für Schulen und Soziales vertrat den Hoyerswerdaer Oberbürgermeister Stefan Skora.

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Das Stiftungsmitglied Ingrid Tempel stellte allen Gästen den im Jahr 2000 verstorbenen Jubilar vor, der viele bedeutsame Arbeiten in Hoyerswerda und anderen ostdeutschen Städten hinterlassen hat.

Jürgen von Woyski stammt aus Pommern, studierte zuerst an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und dann an der Hochschule für angewandte Kunst Berlin-Weißensee. 1956 kam er nach Hoyerswerda, um mit anderen Künstlern die neu entstehende Stadt für ihre Bewohner ansprechend zu gestalten. Er erfand die Internationalen Bildhauersymposien und organisierte diese von 1975 bis 1989 im Tiergarten, dem heutigen Zoo.

Kunstwerke verteilt in der Stadt

„Hoyerswerda ließ Jürgen von Woyski nicht mehr los und wurde zu seiner Lebensaufgabe“, fasste Ingrid Tempel zusammen. Heute stehen viele Plastiken, Skulpturen und Reliefs des Künstlers in Parks, Wohnkomplexen, im Lausitzer Seenland-Klinikum und im Zoo. Am letztgenannten Ort befindet sich auch ein Sorbenbrunnen und ein zweiter steht am Markt. Dieser war vom Künstler eigentlich für die Ortenburg Bautzen geschaffen worden und kam 1994 nach Hoyerswerda, erzählte Ingrid Tempel.

Sie benannte auch Probleme, denn Kunstwerke wie das Albert-Schweitzer-Relief, das ursprünglich mal vor der längst geschlossenen gleichnamigen Schule für geistig Behinderte gestanden hat, wurde mutwillig zerstört. Das Stadtmuseum hat das Jürgen-von-Woyski-Zimmer in seine neue interaktive Dauerausstellung einbezogen und zeigt Arbeiten des Künstlers nun nur noch temporär. Sabine Mohrmann ergänzte, dass die Stiftung ein neues Depot für ihre Kunstwerke suchen muss, weil am Museumsdachboden zu DDR-Zeiten gegen Holzwürmer das Gift Hylotox eingesetzt wurde.

Eigentlich hatte Jürgen von Woyskis Tochter der Stiftung auf dem Hoffest ein Keramikrelief ihres Vaters schenken wollen. Dieser hatte die Arbeit Anfang der 1960er-Jahre nach einer Reise durch Rumänien angefertigt. Die Übergabe des Werkes werde nun aber erst erfolgen, wenn es einen Platz gibt, wo es hängen kann, erklärte Sabine Mohrmann.

In seinem Haus in der Langen Straße 1 hat der Kulturbund Kunstwerke von Jürgen von Woyski aus Privatbesitz gezeigt. Diese Arbeiten förderten so manche Erinnerung an den Jubilar zutage. Superintendent i. R. Friedhart Vogel erzählte vom Entstehen der Friedensstele in Form einer Kerze mit Taube an der Johanneskirche. Zusammen mit dem Künstler hatte er erste Ideen für das Kunstwerk entwickelt. Die Einweihung desselben konnte Jürgen von Woyski im Jahre 1999 noch miterleben. „Frieden zu stiften war ihm zeitlebens ein wichtiges Anliegen und mit der Kerze hat er auch ein Denk-Mal für die Friedliche Revolution 1989 geschaffen“, sagte Friedhart Vogel.

Paula Strobel vom Kulturbund dankte Julia Kieschnick für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung, der KulturFabrik für die Tontechnik und der Kolpingsfamilie Hoyerswerda für die Plinsen, die auch Jürgen von Woyski gern gegessen hat.

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