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Mehr Kultur im Café

Weil das Café der Mitschkes in Dohna klein und kulturvoll ist, ist es für viele zum Wohnzimmer geworden. Nun ist es für die 10. Saison renoviert. Doch Corona trübt die Freude.

Wer hat schon ein Kulturcafé als Wohnzimmer? Die Mitschkes sitzen zwar selten zusammen am Tisch in ihrem Café, doch zur Einstimmung auf die zehnte Saison blättern sie mal in Gästebüchern.
Wer hat schon ein Kulturcafé als Wohnzimmer? Die Mitschkes sitzen zwar selten zusammen am Tisch in ihrem Café, doch zur Einstimmung auf die zehnte Saison blättern sie mal in Gästebüchern. © Daniel Schäfer

Frida ist nur ein Jahr älter als das Kulturcafé . Sie war ein Jahr, als Kathleen und Christoph Mitschke es in Dohna eröffneten. Inzwischen hilft Frida beim Tischdecken und Abräumen,  versucht sich ab und zu im Servieren. Benny, ihr Bruder, hat sich zum Ton- und Lichtmeister qualifiziert. Der 16-Jährige hat Ideen wie die Regenrinne für den Kabelsalat. Für Kathleen und Christoph Mitschke sind ihre Kinder eine Hilfe, trotzdem bleibt noch genug für sie zu tun.

Die ersten musikalischen Gäste

Zu tun gab es auch in den vergangenen Wochen viel. Mitschkes wollten vor dem Start in die zehnte Saison sowieso renovieren und umgestalten, dass es etwas anders wurde, hat Corona zu verantworten. Der Virus ist es auch, der nun entscheidet, wann es wieder los geht.  Die Mitschkes haben den 4. September beantragt. Das Café hat wie vorher 28 Plätze. Mindestens 24 müssen sie bei Konzerten besetzen dürfen, damit das Geschäft wieder anläuft. Die ersten musikalischen Gäste sollen am  6. September Inge und Werner Karch als "Die Brunettis" sein. 

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In die Vorfreude hinein trifft Kathleen Mitschke jetzt eine Nachricht. Aktuell komme sie mit allen Bestimmungen auf zwölf Plätze, sagt sie. "Langsam habe ich keine Lust mehr, zu kämpfen." Doch weil sie ihr Café, die Konzerte und ihre Gäste mag, will sie auch nicht aufgeben. Spontan gibt es Angebote für Benefizkonzerte. 

Geadelte Gitarre

Egal wann und wie viel Besucher kommen dürfen, sie werden staunen. Über die neuen Farben, die neuen Stühle, die aufgepeppte kleine Bühne, die Instrumente an den Wänden. Dort hingen zwar schon immer welche, nun aber sind es mehr und sie hängen nicht einfach nur da, sondern sind farblich unterlegt. Ein Instrument wurde kurz vor dem Corona-Aus geadelt. Von einem Indianer. Gojko Mitic war im Januar im Café und hatte sich das Instrument kurzerhand gegriffen. 

Die Farbdiskussion in der Familie Mitschke haben Grau und Weinrot gewonnen. Keine Diskussion gab es bei dem 18 Meter langen Vorhang. Der verdeckt nun zwar das gemalte Bild der Burg Dohna und macht Ausstellungen wie bisher unmöglich, dafür ist der Vorhang selbst ein Kunstwerk. Eines mit den Schattenbildern verschiedener Musiker, die alle reale Vorbilder haben. Welche, hat auch die Musikkenner-Familie Mitschke noch nicht rausbekommen. Sie und alle, die es noch wissen wollen, müssen bis 23. Dezember warten. Dann kommt der Künstler des Vorhanges, der auch Märchen schreibt, ins Kulturcafé. Silvio Schumann lüftet dann hoffentlich den Vorhang und das Geheimnis.

Das Kulturcafé  sieht zwar neu aus, in seinem Stil aber bleibt es sich treu. Musikalisch und von der Einrichtung. Blues, Jazz, Country, dazu ein bisschen Klassik und Lesungen. 

Doppeltes Jubiläum

Zu denen, die dieses Jahr noch im Kulturcafé auftreten wollen, gehören auch Lutz Funke und Carsten Nachtigall aus Heidenau. Sie sind zusammen das Birdhouse-Duo und hatten just vor zehn Jahren im Kulturcafé ihr erstes Konzert. So feiern Duo und Café gemeinsam Geburtstag - und noch ein Jubiläum: Der Auftritt am 14. November wird der 20. des Duos im Kulturcafé sein. 

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Zum Start in die zehnte Saison verlässt das Kulturcafé seine angestammten Räume. Aber schon einen Tag später wird es auch dort musikalisch.

Das Programm des Kulturcafés gibt es dieses Jahr nur im Internet. Die gedruckten Exemplare bezahlten die Sponsoren mit ihren Werbungen. "Da ich ja nicht weiß, was stattfindet, und ob ich die Programme so verteilen kann, wäre das den Geldgebern gegenüber ungerecht." Außerdem ist im Internet im Notfall auch schneller was geändert. Die Mitschkes hoffen, dass sie nichts löschen müssen. 

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