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Kundgebung gegen Asylheimpläne bleibt friedlich

Rechtsextreme protestierten gestern Abend vorm Spreehotel gegen ein Treffen des Bündnisses „Bautzen bleibt bunt“. Auch Burker mischten sich darunter.

Von Stefan Schramm

Am Rande eines Treffens des Bündnisses „Bautzen bleibt bunt“ im Spreehotel kam es gestern Abend zu einer Kundgebung von Rechtsextremen. Sie hatten im Vorfeld dazu aufgerufen, gegen die Pläne von Hotelbetreiber Peter Kilian Rausch zu protestieren, in dem Gebäude nahe dem Bautzener Stausee ein Asylheim unterzubringen. Der Landkreis möchte dort Räume mieten, um Platz für 150 Asylsuchende zu schaffen.

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Das Bautzener Bündnis, das die Asylbewerber unterstützen möchte, hatte ab 18 Uhr in dem Hotel sein monatliches Treffen abgehalten, um sich ein Bild von dem Gebäude zu machen und die Auswirkungen der Pläne zu diskutieren. Gastgeber Rausch führte die Teilnehmer durch die Räume, die demnächst zu den Asylunterkünften umgebaut werden sollen. Gemeinsam berieten die Mitglieder des Bündnisses, wie den Burker Anwohnern die Angst vor den Neuankömmlingen genommen werden könne. Unter anderem wurde vorgeschlagen, alle Beteiligten und Interessierten an einem Runden Tisch zu versammeln.

Ebenfalls ab 18 Uhr versammelten sich 30 bis 40 Personen aus dem rechten Spektrum vor dem Hotel. Neben ihnen standen rund 20 Anwohner aus Burk, die ebenfalls gegen die Asylheimpläne sind. Nach einer halben Stunde versuchten die Rechten, zu der geschlossenen Veranstaltung des Bündnisses ins Gebäude zu gelangen, wurden jedoch vom Sicherheitsdienst des Hotels sowie von der Polizei des Grundstücks verwiesen. Daraufhin vermischten sich beide Gruppen. „Schade, dass auch kleine Kinder von Anwohnern dort mit dabei waren“, ärgert sich Peter Kilian Rausch, der sich entsetzt über die Polemik aus den Reihen der Kundgebungsteilnehmer zeigte. Kurz vor 19 Uhr hatten sie ein Transparent gegen Asylmissbrauch enthüllt. Die anwesenden Burker Asylheimgegner fühlten sich von der Veranstaltung im Spreehotel provoziert und erhofften sich, mit der Gegenseite noch am Abend ins Gespräch zu kommen, um unter anderem ihre eigenen Ängste kundzutun. Doch daraus wurde nichts. Rausch bestand auf sein Hausrecht. Um 20 Uhr habe der Versammlungsleiter die Kundgebung für beendet erklärt, sagte Einsatzleiterin Janet Kloß am Abend.

Bis auf vereinzelte Pöbeleien und Beleidigungen verlief die Kundgebung friedlich. Die Polizei war mit 30 Beamten im Einsatz. Sie führten bereits an den Zufahrtsstrecken Personenkontrollen durch. Gegen 20.30 Uhr verließen dann auch die Mitglieder des Bündnisses „Bautzen bleibt bunt“ geschlossen das Hotel. Zum Teil begleiteten die Beamten sie auf ihrem Heimweg.

Nach Angaben von Hotelchef Rausch hatten schon am Montagabend mehrere Personen vom Hotelparkplatz aus Parolen gegen die Asylheimpläne gegrölt, seien dann angesichts der alarmierten Polizei jedoch wieder abgerückt.