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Kundgebungen pro und kontra Asylbewerberheim

Am Bautzener Spreehotel standen sich gestern Abend zwei Gruppen von Demonstranten gegenüber. Die Polizei hielt sie auf Distanz.

© Uwe Soeder

Von Stefan Schramm

Vorm Spreehotel in Bautzen haben gestern 35 Menschen gegen eine ebenso starke Gruppe von Asylheim-Gegnern protestiert. Zu der Kundgebung hatte das Bündnis „Bautzen bleibt bunt“ aufgerufen, um für Menschlichkeit und gegen die Hetze von Rechtsextremen zu demonstrieren. Die waren gegen 17.30 Uhr vor dem Hotel am Stausee aufmarschiert und wurden dabei von den Gegendemonstranten mit lautstarkem Protest und Pfiffen empfangen.

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Etwa 40 Polizeibeamte waren im Einsatz, um beide Gruppen voneinander entfernt zu halten. Auch die Versammlungsbehörde des Landkreises war vor Ort. „Bei den beiden angemeldeten Versammlungen gab es keine Vorkommnisse“, sagte Hauptkommissar Olaf Schulz, Einsatzleiter der Bautzener Polizei, am Abend. Gegen 19.30 Uhr lösten sich die Kundgebungen auf.

Unter die Demonstranten des Bündnisses „Bautzen bleibt bunt“ hatten sich auch Politiker verschiedener Parteien sowie Vertreter von Gewerkschaften gemischt, darunter der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Brangs und Angela Palm, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bautzener Stadtrat. „Es kann nicht sein, dass die menschenverachtende Position der NPD hier Gehör findet“, sagte Bernhard Sonntag, Geschäftsführer der Region Ostsachsen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), am Rande der Kundgebung. Der ebenfalls anwesende CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzende Matthias Knaak ergänzte: „Der Aufgabe, Asylbewerber aufzunehmen, muss man sich stellen, aber auch Sorgen und Nöte ernst nehmen.“ Beide begrüßten das Engagement des Bündnisses „Bautzen bleibt bunt“ für die Asylbewerber, forderten aber auch, miteinander in einen konstruktiven Dialog zu treten. „Die verhärteten Fronten müssen endlich entkrampft und wieder Argumente ausgetauscht werden“, so Knaak weiter. Der Landkreis Bautzen möchte Teile des Spreehotels anmieten, um dort rund 150 Asylbewerber unterzubringen.