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Kunst aus Mull und Sand

In der Dreikönigskirche sind Werke von drei Künstlern zu sehen, die noch nie etwas voneinander gehört hatten und völlig unterschiedlich arbeiten.

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Ein ungewöhnliches Trio stellt derzeit in der Dreikönigskirche aus: eine Textilkünstlerin, ein Maler und ein Keramiker. Außer ihrer sächsischen Heimat und das Jahrzehnt, in dem sie geboren wurden (in den 50er-Jahren), haben sie auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeiten. „Nicht schlimm“, findet Kuratorin Angelika Busse. „Die Arbeiten verstärken sich gegenseitig, anstatt gegeneinander zu wirken“, sagt Busse, die die Künstler zusammengebracht hat. Gekannt haben die sich bis zur Eröffnungsfeier in dieser Woche nicht.

Die Dresdnerin Ulrike Rüttinger ist mit ihren Textilarbeiten vertreten. Sie nutzt meist schlichten Verbandsmull, mit dem sie flächige Muster auf die Leinwand bringt. Dafür färbt sie den Stoff ein. Über- und nebeneinander, verklebt und vernäht, ergeben sich neue Nuancen. Aus der Ferne erinnern ihre Werke an Aquarelle.

Heinz Ferbert arbeitet mit verschiedenen Drucktechniken. Der 59-Jährige geht von konkreten Gegenständen aus, die er dann jedoch verfremdet. So die Reihe ungarischer Landschaften. Obwohl es Drucke sind, die er herstellt, ist jedes ein Unikat, da er sie von Hand nachbearbeitet. Dafür benutzt Ferbert auch Sande.

Der Keramiker Wolfram Boden zeigt Gefäße, wie Dosen und Wandplatten. Durch das Brennen entstehen in seinen Arbeiten farbige oder schwarze Flächen, Strukturen, Zeichen. Von Beginn an berücksichtigt der ehemalige Gestalter der Porzellanwerke Colditz diese Zufälle.

Ob sich die Arbeiten zu einem „harmonischen Ganzen“ fügen, wie Kuratorin Busse meint, kann montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr sowie sonntags von 10 bis 16 Uhr letztlich jeder selbst entscheiden. (SZ/veb)