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Kunst trifft Natur

Von Juni bis September findet im und am Roten Haus wieder ein Kunstsommer statt. Geplant war der ursprünglich nicht.

© Arvid Müller

Von Sven Görner

Nach der Mut machenden Premiere des Moritzburger Kunstsommers im Vorjahr hatten sich die Organisatoren von der gemeindeeigenen Kulturlandschaft Moritzburg GmbH (KLM) eigentlich auf eine Pause eingerichtet. Wenn auch zwangsweise. Denn der Freistaat hatte angekündigt, den Dippelsdorfer Teich zu entschlammen. Die dafür notwendige Baustraße hätte dann direkt am Roten Haus vorbei geführt. Bagger und Lkw sahen die Macher nicht als die geeignete Kulisse für ein Kunstprojekt an, das eigentlich aus der wunderbaren Landschaft am Dippelsdorfer Teich Inspiration schöpfen soll.

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Doch dann ruderte das Sächsische Immobilen- und Baumanagement plötzlich zurück und verschob das Entschlammen um mindestens zwei Jahre. „Für uns hieß das, im Dezember kurzfristig zu überlegen und zu planen und vor allem auch Künstler und Sponsoren als Partner zu finden“, erklärte gestern Gundula Bleul, Geschäftsführerin der KLM, bei der Vorstellung des diesjährigen Projektes. Auf den Hilferuf reagiert hat die Sparkasse Meißen. Und das, obwohl die ihre Zusagen für die zahlreichen Unterstützungsanfragen aus dem Landkreis bereits im Herbst verschickt hatte. „Und wir liefern unter Garantie keine Blüten“, sagte in doppeldeutiger Anspielung auf den ersten Ausstellungsteil Andrea Kriebel vom Sparkassenvorstand.

Unter dem Titel „Blütenträume“ werden Angela Straßberger aus Rabenau und die Moritzburgerin Renate Bosch vom 14. bis 20. Juli Collagen aus Naturmaterialien zeigen. „Bei schönem Wetter bin ich immer unterwegs“, sagt die Rabenauerin. Im Wald, auf Wiesen, am Bahndamm oder im Garten hält sie dabei Ausschau nach Blüten und Gräsern. Zu Hause trocknet sie diese dann fachmännisch, um sie schließlich in vielen Stunden Stück für Stück zu farbenprächtigen Bildern zusammenzusetzen. So entstehen wunderbare florale Muster. Zum Lächeln und Träumen regen bei Ausstellungen dagegen ihre Gesichter der Natur an. Anders, aber nicht weniger interessant, sind Blütenbilder der gelernten Krankenschwester Renate Bosch. „Ich habe vor 35 Jahren mit diesem Hobby begonnen. So richtig Zeit dafür habe ich allerdings erst jetzt als Rentnerin.“

Mit der Natur setzen sich auch die Künstler des zweiten Ausstellungsteils – Kay LEO Leonhardt und Gaby Bachmann – auseinander. „Wir sind für das tierische Element zuständig“, sagt der Meißner und hat gleich einige seiner „Schrägen Vögel“ und „Frechen Fische“ mit in das Rote Haus gebracht. Noch viel mehr ist dort dann vom 26. Juli bis 7. September zu sehen.

Wie beim ersten Kunstsommer werden einige der Künstler ihr Schaffen in der Projektzeit wieder zeitweise an den Dippelsdorfer Teich verlagern. Zudem sind drei begleitende Workshops geplant. Und es wird auch Musik und Kabarett geben.

www.kulturlandschaft-moritzburg.de