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Kunst und Klamauk auf Kufen

Große Emotionen, tolle Kostüme, virtuose Geschichten: Bei der siebten Auflage von „HeiSZ auf Eis“ gab es viel zu erleben. Zwei Dinge fehlten aber – zum Glück.

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So sehen Sieger aus: Paula und Lena rührten als Eisprinzessin und Schneemann die Herzen und siegten beim Teamausscheid von „HeiSZ auf Eis“.
So sehen Sieger aus: Paula und Lena rührten als Eisprinzessin und Schneemann die Herzen und siegten beim Teamausscheid von „HeiSZ auf Eis“. © Matthias Seifert

Riesa. Das siebte Jahr gilt als verflixt. Bei „HeiSZ auf Eis“, dem zur Tradition avancierten Wettbewerb auf der Riesaer Eisbahn am Mittwoch vor Weihnachten, war es das nicht. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es diesmal sogar trockenes Wetter. Und auch auf dem Eis wurde viel Sehenswertes geboten. So viel vorab: Den Buzzer musste die Jury nicht drücken. Der Notfallknopf ist da, falls eine Vorführung gar zu unansehnlich geraten würde.

Im Einzel war diesmal natürlich wieder der Dauerbrenner auf Kufen am Start: Gunter Spies. Er bezog sein Riesenschachspiel als Requisite mit ein, hatte aber etwas Mühe, die Figuren auf der Bahn zu sortieren. Zum stampfenden Rhythmus des 80er-Hits „One Night in Bangkok“ setzte er sich schlussendlich selbst Schachmatt.

 Jurymitglied Sylvia Donat vom gleichnamigen Sportgeschäft aus Riesa lobte eine vom Modischen her „1a Bühnenperformance“. Eisläuferisch hätte es aber ein wenig mehr sein können, urteilte nicht nur Profiläuferin Patricia Kühne, die von Holiday on Ice in Leipzig extra einen Abstecher nach Riesa gemacht hatte.

Auch die Geschichte hinter dem Schachspiel auf Eis leuchtete der Jury offenbar nicht so recht ein. Deswegen reichte es für Gunter Spies nur für Platz zwei hinter Sina Weißhaar. Die junge Läuferin war auch schon voriges Jahr dabei – und zeigte mit ihrem feenhaften Kostüm zu den Klängen von „The last unicorn“ eine „bezaubernde“ Darbietung, befand Riesas OB Marco Müller. 

Für ihre geübten Bewegungen quer über die ganze Eisbahn gab es nicht nur reichlich Jurypunkte, sondern bei der Siegerehrung auch noch 100 Euro. – Die bekamen auch die Erstplatzierten im Doppel- beziehungsweise Teamwettbewerb. 

Bei dem Wettbewerb waren Mittwochabend auch Strehlaer Narren dabei
Bei dem Wettbewerb waren Mittwochabend auch Strehlaer Narren dabei © Matthias Seifert
Ein Duo aus Riesas Cheerleaderverein. 
Ein Duo aus Riesas Cheerleaderverein.  © Matthias Seifert
Im Einzel trat  Gunter Spies an.
Im Einzel trat  Gunter Spies an. © Matthias Seifert
Auch Sina Weißhaar war mit von der Partie.
Auch Sina Weißhaar war mit von der Partie. © Matthias Seifert
© Matthias Seifert
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© Matthias Seifert
Blick auf die Jurybühne.
Blick auf die Jurybühne. © Matthias Seifert
Begeisterte Zuschauer verfolgten rund um die Eisbahn den Wettbewerb.
Begeisterte Zuschauer verfolgten rund um die Eisbahn den Wettbewerb. © Matthias Seifert
© Matthias Seifert

Abgeräumt wurde der Preis von einem Duo, das bei „HeiSZ auf Eis“ schon mehrfach begeistern konnte: Paula Eschmann und Lena Sallat drehten diesmal als Eisprinzessin Elsa und Schneemann Olaf verkleidet ihre Runden – und zeigten nicht nur tollen Eislauf, sondern berührten auch die Herzen. Wie das von Jurorin und SC-Riesa-Chefin Annekathrin Aurich.

Auf dem zweiten Platz landeten vier Närrinnen und ein Jeck vom Strehlaer Carnevals Club. Ihre fliegenden Röcke zum Höllen-Cancan von Jaques Offenbach trafen bei Volksbank-Vorstand Markus Ziron den Musikgeschmack – und bei Profiläuferin Patricia Kühne auch einen Nerv. „Ich fand’s geil!“, lautete ihr Urteil.

So, wie die Strehlaer vom Eisbahnrand von mitgereisten Fans angefeuert wurden, gab es auch für Hannah Lück und Victoria Kluge frenetische Unterstützung von hinter der Bahnbande. Das Duo vom Cheerleaderverein zeigte Hebefiguren und glitt synchron zu Alvaro Solers Stimmungshit Sofia übers Eis. Gerade mal einen Tag hatten die beiden Teenagerinnen geübt. „Respekt“, hieß es von der Jurybühne.

Am Ende reichte es für Platz drei knapp vor den Cowgirls Leonie Bitomsky und Lea Mikulcak, die mit Westernhüten und Fransen an den Jeans zum Countrysong „Honky Tonk Christmas“ unterwegs waren. Eisbahn-Macher Torsten Pilz zeigte sich rundum zufrieden mit der siebten Ausgabe.

Etwas mehr Mut hätte sich der Inhaber der Riesaer Firma Eventtalent allerdings gewünscht, denn noch kurz vorm Start des Wettbewerbs hätten Teilnehmer kalte Füße bekommen. Ihre Chance dürfte nächstes Jahr kommen, wenn Riesa wieder „HeiSZ auf Eis“ ist. Dann soll die „Jury auf Eis“ zu sehen sein, so die Idee von Volksbank-Vorstand Markus Ziron. Das könnte erneut eine unterhaltsame Show werden! (SZ)

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