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Kunstauktion soll ukrainischer Familie helfen

Künstlerin Olga Yakovenko greift ihrer Schwester in der Ukraine unter die Arme. Sie hat ein schweres Schicksal zu tragen.

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© Nikolai Schmidt

Als Katharina stirbt, ist sie acht Monate alt. Sie litt unter akuter Immun-Thrombozytopenie – eine Autoimmunerkrankung, bei der unerwartete Blutungen auftreten und das Blut langsamer gerinnt. Zuletzt ist Katharinas kleiner Körper mit Blutergüssen übersät. Die Ärzte verabreichen ihr Medikamente, die ihren Körper aufblähen. Doch sie schlagen nicht richtig an.

Die Krankheit heilt bei Kindern normalerweise von selbst aus. Komplikationen sind sehr selten. Trotzdem treten sie bei Katharina auf. Die Medikamente stoppen zwar ihre äußere Blutungen, aber nicht ihre inneren.

Als Katharina stirbt, hat ihre Mutter Natascha viel Geld für die Medikamente ausgegeben. Weil sie selbst nicht genug besaß, hat sie sich auch welches geliehen und nun Schulden in Höhe von 90 000 ukrainischen Hrywnja. Das sind umgerechnet rund 5000 Euro. Natascha lebt mit ihrer anderen Tochter Julia im Westen der Ukraine in der Stadt Ternopil. Dort verdient eine Familie im Durchschnitt 100 Euro im Monat. Natascha hat zurzeit keinen festen Job.

Damit sie ihre Schulden trotzdem zurückzahlen kann, soll es am Sonnabend in Görlitz eine Kunstauktion geben. Veranstaltet wird sie von Nataschas Schwester Olga Yakovenko. Die Künstlerin kommt ursprünglich aus der Ukraine und hat eine Galerie auf der Elisabethstraße. Sie hat Kollegen aus Deutschland und Polen gebeten, Skulpturen, Gemälde und Schmuckstücke zu spenden. Am Wochenende werden sie im „Ideenlabor Neun“ auf dem Fischmarkt ausgestellt und versteigert.

Olga Yakovenko hat vor allem Künstler aus der Region angesprochen, unter anderem die Görlitzer Schmuck-Designerin Esther Hausmann und Matthias Bauer, der Skulpturen spendet. „Jeder konnte selbst entscheiden, welchen Teil des Auktionserlöses er spenden möchte. Manche verzichten auf alle Einnahmen, andere zu 70 oder 50 Prozent – je nachdem, wie viel sie geben konnten“, erklärt Frau Yakovenko. Auch ihre eigenen Bilder werden in der Auktion versteigert. Sie malt vor allem Aquarell- und Ölgemälde.

Ein besonderer Spender ist der polnische Maler Stanis³aw Przewlocki. Er hat sich auf Aquarell-Gemälde spezialisiert und malt auch Mini-Aquarelle, die so klein sind wie ein Fingernagel. Unterstützt wird die Kunstauktion auch vom Görlitzer Wildwuchs-Verein, der sich ehrenamtlich für Kultur- und Kunstprojekte engagiert. Die Spendenaktion trägt den Namen „Katja“. Das war der Spitzname von Katharina. (sw)

Die Kunstauktion findet am Sonnabend im „Ideenlabor Neun“ auf dem Fischmarkt 9, ab 15 Uhr, statt.