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Kunstfehler in der Kamenzer Poliklinik

Keine Angst vorm Krankenhaus, sagt der Kamenzer Metamorphose-Verein. Am 13. und 14. September lädt er ins ehemalige Krankenhausareal Am Damm. Dort soll es eine vielseitige Kunstaktion geben. Unter dem...

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Von Rafael Barth

Keine Angst vorm Krankenhaus, sagt der Kamenzer Metamorphose-Verein. Am 13. und 14. September lädt er ins ehemalige Krankenhausareal Am Damm. Dort soll es eine vielseitige Kunstaktion geben. Unter dem Titel „Kunstfehler“ locken Fotografien und Installationen, bewegen Klangcollagen und Videokunst, finden Performances und Konzerte statt. Das Programm ist reichhaltig.

Dass es auch einmalig ist, bestimmt das Areal der Aktion. Genauer: Der Kamenzer Stadtrat beschloss im Juli, dass die Poliklinik abgerissen werden soll, ebenso das Pförtnerhäuschen, ein Schuppen, Labor- und Verwaltungsgebäude. Zum letzten Mal ist also Gelegenheit, sich im Gelände umzuschauen und den Plattenbauten auf den Leib zu rücken. Zum letzten Mal ist Zeit zum Erinnern, wie eng hier Krankheit und Heilung wortwörtlich nebeneinander lagen. Diesen Widerspruch und manch anderen gilt es in Kunst zu übersetzen. Die Akteure wissen darum. Sie sind in Kamenz keine Unbekannten.

2001 gab es im Herrental die visionäre Ausstellung „Tal(f)ART“, bei der Anne Hasselbach mitwirkte. Sie wurde jetzt gewählt zur stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins „Metamorphose - Kunst in Kamenz i.G.“. Chef ist Rüdiger Vollhardt. Er war voriges Jahr beteiligt an der Kunstaktion im Industrieareal Stiftstraße. Die Aktion hieß „Metamorphose“, die Bauten sind inzwischen abgerissen. Der Name aber klang nach. Vielleicht auch, weil ein dutzend Akteure mit Hasselbach und Vollhardt an der Spitze nach Metamorphose streben, nach Wandlung, nach Veränderung, vor allem im Kamenzer Stadtbild. Den Tod eines Krankenhauses möchten sie deshalb mit zahlreichen Besuchern zelebrieren.

Ein tonloser Tod soll es aber nicht sein. Deshalb werden neben den bildenden Künsten auch Musiker anwesend sein. Sie werden pendeln zwischen Orchester und Stahlwerk, zwischen Psychojazz und Farbentaumel. Angesagt hat sich auch die sorbische Rockband Awful Noise, ohne Verstärker ein Konzert zu geben. SZ informiert in Kürze über das „Kunstfehler-Programm“.