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Kunstgalerie wird Welterbezentrale

In der Brüderstraße 9 entsteht ein Infopunkt für die Görlitzer Bewerbung um den Unesco-Titel. Das Nachsehen könnten zeitgenössische Künstler haben.

Eine Ausstellung zu Hallenhäusern war bereits 2014 in der Galerie Brüderstraße 9 zu sehen. In Zukunft wird es hier ausschließlich um die
Bewerbung um en Welterbe-Titel
gehen.
Eine Ausstellung zu Hallenhäusern war bereits 2014 in der Galerie Brüderstraße 9 zu sehen. In Zukunft wird es hier ausschließlich um die Bewerbung um en Welterbe-Titel gehen. © Nikolai Schmidt

Mit der Welterbe-Bewerbung hat Görlitz ein großes Ziel vor Augen. Damit sich die Menschen umfassend über die Bemühungen der Stadt um diesen Titel seit den 1980er Jahren informieren können, soll die bisherige Galerie für zeitgenössische Kunst im Erdgeschoss der Brüderstraße 9 in einen „Informationspunkt“ verwandelt werden. Wann, ist noch unklar.

Der Görlitzer Stadtrat hatte vorige Woche die Weiterführung der Bewerbung beschlossen und auch das Budget dafür aufgestockt: Von den zuvor bereits beschlossenen 50 000 Euro kann die Stadt nun ab 2020 jährlich 100 000 Euro für die Bewerbung ausgeben. „Die Welterbe-Jury hat bemängelt, dass wir zu wenig Öffentlichkeitsarbeit machen“, sagte Kulturbürgermeister Michael Wieler am Donnerstag im Stadtrat. Um deutlicher auf die Welterbe-Idee aufmerksam zu machen, solle deshalb in der Galerie Brüderstraße 9 eine vorläufig ständige Ausstellung zur Bewerbung eingerichtet werden. Schon in den 1980er Jahren habe sich die Stadt mit dem Thema Welterbe beschäftigt. Der Weg von diesen ersten Ideen bis zur heute immer konkreter werdenden Bewerbung der Stadt mit seinem Schatz an Hallenhäusern soll in Zukunft in der Galerie dargestellt werden. Dieses Vorhaben ist nicht zu verwechseln mit dem „Kulturerbezentrum Jacob Böhme“, das für die noch zu sanierende Dreifaltigkeitskirche angedacht ist. In der Brüderstraße soll der Prozess der Bewerbung vermittelt werden.

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Offen ist damit jedoch, was aus der Galerie für zeitgenössische Kunst wird, die von der Görlitzer Kulturservicegesellschaft in der Brüderstraße 9 betrieben wird, seit der private Galerist Eberhard Klinger im Jahr 2010 aus Görlitz wegzog. Seit 2011 hatte die städtische GmbH immer wieder zeitgenössische Kunst gezeigt und so die lange gewachsene Arbeit Klingers fortgeführt.

„Weil die Galerie gut angenommen wird, wollen wir damit auch weitermachen“, sagte Wieler am Donnerstag. „Dafür gibt es aber noch keinen Ort.“ Benedikt M. Hummel, Geschäftsführer der Kulturservicegesellschaft, sagte, es sei wichtig, dass sich die Ausstellung im Hallenhaus Brüderstraße 9 und das Informationszentrum zur Bewerbung in unmittelbarer Nähe zueinander befinden. Beides sei gut und wichtig: eine Galerie für zeitgenössische Kunst und das Welterbe-Infozentrum. Das eine solle nicht gegen das andere stehen. „Aber Vorrang hat im Moment die Bewerbung um den Unesco-Titel.“

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