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Döbeln

Kunstgriff am Lindenplatz

Für das geplante Reservoir für Löschwasser gibt es kein Fördergeld. Trotzdem wird eine Zisterne gebaut – fürs Bewässern.

Der Lindenplatz am Rande der Leisniger Altstadt wird in den nächsten Monaten neu gestaltet. Dabei kommt in den unteren Bereich auch eine Zisterne in den Boden. Sie soll vorrangig die Bewässerung des Grüngürtels sicherstellen.
Der Lindenplatz am Rande der Leisniger Altstadt wird in den nächsten Monaten neu gestaltet. Dabei kommt in den unteren Bereich auch eine Zisterne in den Boden. Sie soll vorrangig die Bewässerung des Grüngürtels sicherstellen. © - Dietmar Thomas

Leisnig. Die Anwohner und Nutzer des Lindenplatzes müssen in diesem Jahr jetzt doch noch mit einigen Einschränkungen zurechtkommen. Die seit vielen Jahren geplante Neugestaltung des Grünstreifens am Rande der Altstadt beginnt in den nächsten Tagen.

Mit der Vergabe von Aufträgen haben die Stadträte dafür die Voraussetzungen geschaffen. Gehapert hatte es bislang an den Finanzen. Doch inzwischen sind sowohl der Doppelhaushalt der Stadt Leisnig als auch der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Abwasserentsorgung beschlossen und von der Rechtsaufsicht bewilligt worden.

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Wegen des verzögerten Baustarts hat die Kommune die Baumaßnahme in mehrere Bauabschnitte aufgeteilt. Auch, weil sie zügig bewilligtes Fördergeld verbauen will. „Ansonsten müssen wir auf nicht abgerufenes Geld ab März 2020 Zinsen zahlen. Das ist nicht gewollt“, erklärte Bauamtsleiter Thomas Schröder.

Begonnen wird nun mit dem Einbau einer Bewässerungszisterne. Geplant war, mit einer Löschwasserzisterne die teils bedenkliche Löschwassersituation in der Altstadt zu entlasten. Weil es dafür keine Unterstützung gibt, wurde kurzerhand Plan B entwickelt. Jetzt kommt eine 100 Kubikmeter Wasser fassende Bewässerungszisterne aus Stahlbeton in den hinteren Bereich des Lindenplatzes. „Das dort gesammelte Wasser soll zur Bewässerung des neu entstehenden Grüngürtels verwendet werden. Das passt nun wieder ins Förderkonzept. Klimaschutz ist gewollt“, sagte der Amtsleiter. Und: Im Brandfall könne auch auf dieses Wasserbecken zurückgegriffen werden.

Wie Schröder darstellte, soll die Zisterne immer zu mindestens 60 Prozent gefüllt sein. Ein Schwimmer überwache den Wasserstand. Falle der unter die eingestellte Marke, dann laufe automatisch Wasser aus der Trinkwasserleitung nach. Idealerweise kommt das Auffüllwasser aber aus Niederschlägen. Planer haben berechnet, dass von dem 1 500 Quadratmeter großen Fahrbahn- und Gehwegbereich bei einem Regenschauer mittlerer Intensität in einer Stunde mehr als 10.000 Liter Wasser zusammenkommen.

Um einiges größer wäre die Ausbeute, wenn zum Beispiel das Regenwasser der Schuldächer in die Zisterne eingebunden würde. Davon jedoch soll abgesehen werden. „Durch Verwirbelungen wäre die Gefahr höher, dass Dreck mit in die Zisterne eingebracht wird. Das könnte Probleme verursachen“, erklärte Schröder.

Das Wasserbecken besteht aus vier Teilen. Es muss mit einem Autokran in die Baugrube gesetzt werden. Die ist vorher auszuheben und mit einer stahlbewehrten Bodenplatte zu versehen. Mit den vorbereitenden Arbeiten will die Baufirma dem Amtsleiter zufolge Mitte September beginnen. Die Zisterne wird eingesetzt, sobald die Teile da sind. Den Auftrag hat die Firma Schneider HTS aus Geringswalde bekommen. Sie gab mit etwas mehr als 100.000 Euro das annehmbarste Angebot ab.

Ebenfalls schon vergeben haben die Stadträte den Straßenbau im nördlichen Teil. Der wird östlich im Bereich der Kreuzung Chemnitzer Straße/Wassermarie beginnen und sich bis zur Anbindung Poststraße/Kindergartenberg erstrecken. Inbegriffen ist das Setzen von 18 Granitpollern sowie das Verlegen von Granitpflaster und Klinkerplatten im Bereich der Anliegerzufahrten. An der Ausschreibung haben sich drei Firmen beteiligt. Das wirtschaftlichste Angebot kam mit einer Summe von rund 263.000 Euro von der Firma Andrä Straßen- und Wegebau GmbH aus Leisnig.

Insgesamt sollen bei dem Ausbau des Lindenplatzes Straßen und Wege, die teils in desaströsem Zustand sind, hergerichtet werden. Vor dem Grundschulgebäude entstehen etwa ein Dutzend Kurzzeitparkplätze, auf denen die Eltern die Schulkinder gefahrlos aus dem Auto lassen können. Wieder angelegt werden soll eine grüne Oase am Rand der Altstadt. Die bisherige ist durch das Fällen von Linden arg geschrumpft.

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