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Kunststoff gegen Kippen-Rutschungen

An der Bundesstraße 97 kommen in den nächsten Tagen Vertikaldrainagen in die Erde.

Von Mirko Kolodziej

Nachdem in den zurückliegenden Tagen bereits an der auf Kippengelände liegenden Straße zwischen Knappenrode und Koblenz sogenannte Vertikaldrainagen eingebaut worden sind, wird die dazu nötige schwere Technik in den nächsten Tagen auch an der Bundesstraße 97 in Richtung Schwarze Pumpe zum Einsatz kommen. Wie es vom Bergbausanierer LMBV heißt, handle es sich hier wie am Knappensee um eine zeitweilige Maßnahme zur Erhöhung der geotechnischen Sicherheit.

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Der Einsatz von Vertikaldrains ist ein gängiges Verfahren vor allem zur Baugrundverfestigung. Sie kommen zum Einsatz bei schlecht durchlässigen, aber porösen Böden, in deren Poren sich Wasser sammelt. Der dabei entstehende Porenwasserdruck kann im Falle von Kippenböden bei Eintrag von kinetischer Energie zur Verflüssigung bzw. Verbreiung des Bodens führen. Die Folge sind sogenannte Grundbrüche. Vereinfacht gesagt tun sich also Löcher im Boden auf. Um hier reagieren zu können, waren bereits an der Knappenseestraße und an der B 97 Geschwindigkeitsbegrenzungen eingerichtet sowie Überwachungs-Technik installiert worden.

Eine befristete Lösung

Die sogenannten Vertikaldrains aus textilem Kunststoff werden an den Straßenrändern senkrecht in den Boden eingebracht. Besagtes Porenwasser kann dann ins Gewebe eindringen und steigt dadurch schneller auf, was den erwähnten Druck reduziert. Der Geotechnische Beirat, den die LMBV nach den Serien-Grundbrüchen vor drei Jahren gebildet hatte, hat den Einsatz von Drainage-„Wänden“ nach Auskunft von LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber bereits im vorigen Jahr diskutiert. „Deren Wirksamkeit wurde in Versuchen nachgewiesen“, so Steinhuber zum Resultat. Nun sollen sie also an den Straßen so lange die Sicherheit verbessern, bis dauerhafte Sanierungslösungen gefunden sind.