SZ +
Merken

Kupfer ist für Weißwasser Gold wert

Wird das Erz gefördert, steigen die Hoffnungenauf mehr Wohlstand. Zu den Hoffnungsträgern gehört auch die Stadt.

Teilen
Folgen

Von Thomas Staudt

Die Stadt Weißwasser hat rechtzeitige Verhandlungen mit Vattenfall zum Ausgleich für die Belastungen durch den Tagebau schlicht verschlafen. Den Fehler lastete der Stadtrat vor allem Ex-Oberbürgermeister Hartwig Rauh an. So etwas dürfe sich nicht wiederholen, äußerte sein Nachfolger, Torsten Pötzsch. Er spielt dabei auf die neuen Bergbauhoffnungen der Region an. Sie verbinden sich aufs Engste mit den Kürzeln KGHM und KSL.

Das erste steht für die deutsche Tochter des polnischen Bergbauriesen KGHM Polska Miedz, das zweite für Kupferschiefer Lausitz AG, eine hundertprozentige Tochter der ursprünglich panamaischen Minera mit Sitz in Washington D.C. Schon in ein paar Jahren könnte KSL im nahen Spremberg einen Schacht zur Erschließung des Niederlausitzer Kupferflözes einbringen, etwas später KGHM direkt vor den Toren von Weißwasser.

Kontakte werden gepflegt

Die neuen Industrien versprechen neuen Wohlstand für die Region. In das Konzert aus Wünschen und Hoffnungen hallen indes die Misstöne der zu erwartenden Belastungen. Einen Ausgleich dafür könnte eine gemeinnützige Stiftung schaffen, die städtische Vorhaben, Vereine sowie kulturelle und sportliche Aktivitäten finanziell unterstützt. Um diese Option nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, pflegt Pötzsch enge Kontakte zu dem potentiellen Investor: „Es gibt regelmäßige Gespräche mit KGHM.“

Vorerst gelte es, die erste Untersuchungsstufe abzuwarten, so Pötzsch. Im Juli ist es soweit. In einer Bürgerversammlung will KGHM öffentlich machen, ob die Sondierungen weitergehen. Dann wäre immer noch Zeit, mit dem Konzern über ein Sponsoring bis zu einem möglichen Förderbeginn zu sprechen. Die Polen haben bereits anklingen lassen, dass sie einem Sponsoring nicht abgeneigt seien. KGHM-Chef Herbert Wirth, verkündete im letzten Sommer, der Konzern wünsche sich eine gute Partnerschaft mit der Region.

Härter könnten die Verhandlungen mit KSL ausfallen. Weißwasser wäre von dem Kupferabbau in Spremberg, wenn überhaupt, nur mittelbar betroffen. Dennoch gibt es freundschaftliche Kontakte und erste Gespräche mit KSL-Geschäftsführer Thomas Lautsch.