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Kuriose Schlägerei im Dönerladen

Zwei Angestellte eines Riesaer Lokals geraten aneinander. Im Zentrum der Prügelei: Bockwürste, ein Wasserkocher – und eine Knoblauchpresse.

Mit einer Knoblauchpresse soll ein Mitarbeiter eines Riesaer Dönerlokals seinen Kollegen geschlagen haben.
Mit einer Knoblauchpresse soll ein Mitarbeiter eines Riesaer Dönerlokals seinen Kollegen geschlagen haben. © Symbolfoto: Sebastian Schultz

Riesa. Wer ab und an das Riesaer Amtsgericht besucht, der weiß: Menschen können aus den verschiedensten Gründen aneinandergeraten; sei es, weil sie eifersüchtig aufeinander sind, einer dem anderen Geld schuldet oder sie sich nach dem x-ten Bier nicht mehr unter Kontrolle haben. Dass aber zwei Männer über die sachgemäße Nutzung eines Wasserkochers in einen handfesten Streit geraten, dürfte ziemlich einmalig sein.

Doch genau diese Frage soll der Grund gewesen sein, warum im Juli 2018 in einem Riesaer Dönerladen die Fäuste flogen – ausgerechnet zwischen den beiden Angestellten des Lokals. „Meine Frau und ihr Sohn waren gerade zu Besuch“, erzählt der Geschädigte, ein 29-jähriger Inder. 

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Er habe den beiden etwas zum Essen geben wollen und deshalb einige Bockwürste im Wasserkocher erhitzt. Seinem iranischen Kollegen passte das offenbar überhaupt nicht. „Ich habe ihm gesagt, er soll das nicht machen“, bestätigt der 30-Jährige, „der Wasserkocher ist für Tee da, nicht für Wurst.“

Weniger Einigkeit zwischen den beiden Männern herrscht dagegen in der Frage, wie es dann weiterging. Der Iraner sagt, sein Kollege habe dann in der Küche einen Streit vom Zaun brechen wollen. „Er sagte: Hast du ein Problem mit mir?!“ Danach habe ihn der Kollege gewürgt. Es sei zu einer Schlägerei gekommen, in der beide ausgeteilt hätten.

Sein Arbeitskollege hält dagegen. Nach dem Wortgefecht sei er zuerst gegen den Kühlschrank gestoßen worden. Augenblicke später soll ihn der Iraner mit einer Knoblauchpresse aus Metall mehrmals ins Gesicht geschlagen haben. Im Krankenhaus werden die Ärzte später eine Kieferprellung bei ihm feststellen. 

Anschließend verlagerte sich die Auseinandersetzung zwischen den beiden Arbeitskollegen offensichtlich vor das Geschäft, wo beide Männer weiter aufeinander einschlugen und sich gegenseitig an der Kleidung zerrten. Ein Zeuge berichtet, das T-Shirt des Iraners sei zerrissen gewesen. 

Der iranische Angestellte habe auch etwas mehr Schläge eingesteckt, glaubt sich der Mann zu erinnern. Die Frau des Inders, die dann auch die Polizei rief, sagt aus, beide hätten zwar zugeschlagen. Ihr Mann habe sich auf ihr Anraten aber etwas zurückgehalten, weil er schon „genug auf dem Kerbholz“ habe. 

Außerdem könne sie sich übrigens nicht erinnern, dass es zwischen den beiden Männern schon einmal zuvor zu einem heftigeren Streit gekommen sei. „Sonst war eigentlich die Stimmung gut zwischen den beiden. Wenn, dann haben eher mein Mann und ich uns gestritten.“

Trotzdem kommt der Inder nach der Prügelei nicht mehr auf Arbeit, wenig später kündigt er. Sein Chef sagt, er habe ihn nach dem Vorfall ohnehin herauswerfen wollen. Schon vorher sei er mit dem Mitarbeiter nicht zufrieden gewesen. Die Frau des Inders habe schon länger Hausverbot gehabt. Und die Knoblauchpresse? „Die war in Gesprächen mit ihm nie ein Thema“, sagt der Inhaber.

Die Staatsanwältin hält es zwar durchaus für möglich, dass das Küchenwerkzeug im Streit als Waffe verwendet wurde. Von einer weiteren Strafverfolgung sehen Gericht und Staatsanwaltschaft am Ende aber ab. Das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung wird eingestellt, im Gegenzug muss der angeklagte Iraner 200 Euro an den Verein Sprungbrett zahlen.

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